Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie in Bietigheim-Vaihingen

Die minimal-invasive Ausrichtung der Klinik bietet unseren Patienten einen hohen Komfort, eine erheblich reduzierte Schmerzexposition, eine niedrige Rate an Wundkomplikationen, eine verkürzte Verweildauer, eine rasche Rekonvaleszenz und daraus resultierend eine hohe Patientenzufriedenheit.

Dies garantiert eine exzellente Expertise der Mitarbeiter durch kontinuierliche Fort- und Weiterbildung, sowie eine apparativ adäquate Ausstattung der OP-Einheiten auf aktuellem Niveau der technischen Möglichkeiten (HD-Technik, 3mm-Instrumentarium, Kameraroboter).

Die Weiterentwicklung der minimal-invasiven Zugangstechnik in Richtung der narbenfreien Chirurgie (NOTES-Technik) wird aktiv vorangetrieben. Unsere Klinik gehört im Bezug auf die Fallzahlen und wissenschaftlichen Publikationen zu den führenden Kliniken Deutschlands.

Eingriffe der «mittleren» Abdominalchirurgie wie Cholecystektomien oder Hernien werden in großen Fallzahlen bei entsprechend hohem Standardisierungsgrad und damit niedrigen Komplikationsraten durchgeführt.

Kennzahlen

  • Ist-Betten 51
  • Fälle 2.565
  • Case-Mix-Punkte 2.697,949
  • Case-Mix-Index 1,052
  • PCCL/Fall 0,7

Als überregionales Adipositaszentrum der Holding führen wir alle gängigen operativen Verfahren durch. Neue Operationstechniken werden entwickelt und wissenschaftlich überprüft.

Die onkologische Chirurgie wird im Rahmen des zertifizierten onkologischen Zentrums als Teil der multimodalen, leitlinienorientierten Therapie, begleitet vom interdisziplinären Tumorboard, soweit möglich minimal-invasiv, aber auch offen konventionell durchgeführt.

Die überschaubare Größe der Klinik bietet die Möglichkeit eines sehr engen Arzt-Patienten-Kontaktes mit persönlicher Patientenführung. Hiervon profitiert vor allem der betagte Patient. Gute Strukturierung der Prozesse garantiert ein effektives Zeitmanagement mit kurzen Wartezeiten für den Patienten und einem ökonomischen Mitarbeitereinsatz.

Leistungsspektrum

Ambulantes Operieren

Im Rahmen der aktuellen Entwicklung im Gesundheitswesen können eine Reihe von Operationen bei entsprechenden medizinischen Gegebenheiten ambulant durchgeführt werden.

Um Risiken zu minimieren und den Patientenkomfort weiter zu optimieren haben wir hierzu ein spezielles "ambulantes Operationszentrum (AOZ)" eingerichtet. Hier wird in enger Zusammenarbeit mit unserer Anästhesieabteilung ein reibungsloser Ablauf in der präoperativen Diagnostik, dem Eingriff und der Nachbetreuung und Schmerzbehandlung gewährleistet.

Hernienchirurgie

Das Hernienzentrum der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie am Standort Bietigheim-Vaihingen wurde 2015 von der DGH mit dem Qualitätssiegel „Kompetenzzentrum“ ausgezeichnet und ist seit 2015 Mitglied der Herniamed Qualitätssicherungsstudie.

Hernien, auch Bauchwandbrüche genannt, sind die am häufigsten operativ zu therapierenden Erkrankungen weltweit. An unserer Klinik werden aktuell mehr als 1.000 Patienten mit Hernien aller Art operiert.

Was sind Hernien?
Hernien sind Ausstülpungen des Bauchfells in oder vor der Bauchwand. Dies geschieht zumeist an üblichen Schwachstellen (Bruchpforten), die entweder angeboren oder erworben sein können. Durch Drucksteigerung in der Bauchhöhle, wie z. B. Husten, Niesen, Pressen können die Hernien als Vorwölbung hervortreten und zu Beschwerden führen. In diesen Vorwölbungen können jedoch auch Darmanteile eingeklemmt sein und zu deren Beeinträchtigung führen. Diese Einklemmungen bedeuten einen Notfall, der einer umgehenden Therapie bedarf.

Wie wird eine Hernie versorgt?
In unserer Klinik wird das gesamte Spektrum der Hernien mit modernsten und schonenden Operationstechniken durchgeführt. In Abhängigkeit des Befundes kommen hierbei sowohl konventionelle (offene), als auch minimal-invasive Verfahren (Schlüsselloch-Chirurgie)) zum Einsatz. Zur Verstärkung der Schwachstelle ist die spannungsfreie Einpflanzung eines speziellen Netzes notwendig, womit meist signifikant bessere Ergebnisse erzielt werden und das Risiko eines Rezidives deutlich gesenkt wird.

Unser Leistungsspektrum:

  • Leistenbrüche
  • Schenkelbrüche
  • Nabelbrüche
  • Narbenbrüche
  • Rezidive (Folgebrüche)
  • Zwerchfellbrüche
  • komplexe Bauchwandbrüche

Diese Operationen können je nach Größe des Eingriffs und abhängig von Grunderkrankungen des Patienten ambulant oder stationär durchgeführt werden.

Minimalinvasive Chirurgie

Die minimal-invasive Chirurgie (Schlüsselloch-Chirurgie) wird in unserem Hause besonders gepflegt. Dabei handelt es sich um Operationen mit kleinsten Instrumenten, um große Narbenbildungen und Verwachsungen zu vermeiden.

Hierzu stehen dem besonders ausgebildeten chirurgischen Teams moderne medizinische Geräte zur Verfügung. Neben unserem Operationsroboter Solo-assist für wackelfreie Kameraführung verfügen wir über hochmoderne Operationssäle mit HDTV-Technik und Touchscreen-Monitoren.

Die minimal-invasive Therapie der Gallenblasenleiden, der Blinddarmentzündung und von Leisten- und Bauchwandbrüchen ist schon seit Jahren ein Standard unserer Klinik, aber auch alle Eingriffe der Adipositasbehandlung werden in dieser Technik durchgeführt.

Zusätzlich bieten wir in diesem Bereich auch die narbenfreie notes-Technik an. Damit lässt sich der Schmerz nach der Operation, aber auch Komplikationen wie Infektion oder Narbenbruchbildung erheblich reduzieren. In der Regel sind so operierte Patienten bereits am Tag nach der Operation wieder selbständig mobil.

Der nötige Krankenhausaufenthalt beträgt oft nur 2 bis 3 Tage. Jährlich werden so bei diesen Erkrankungen mehr als 1.500 Operationen vorgenommen.

Zum Standard unserer Klinik zählen auch „Schlüsselloch-Operationen“ bei Erkrankungen des Dickdarmes (Divertikel, Karzinome, Mastdarmvorfall), sowie bei bestimmten Magenerkrankungen (z. B. Zwerchfellbrüche, chronisches Sodbrennen).

Durch die DGAV sind wir aufgrund der Vielzahl unserer Eingriffe und der überprüften Qualitätsstandards als Kompetenzzen

Onkologische Chirurgie

Die chirurgische Behandlung der Erkrankungen des Dünn- und Dickdarmes stellt einen weiteren Schwerpunkt unserer Klinik dar. Sowohl gut- als auch bösartige Befunde werden in unserer Klinik, wann immer möglich und medizinisch sinnvoll laparoskopisch (Schlüsselloch-Chirurgie) therapiert.

Die komplizierte Sigmadivertikulitis wird leitliniengerecht und überwiegend laparoskopisch und kontinuitätserhaltend operiert.

Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen (Morbus Crohn, Colitis ulcerosa) werden interdisziplinär behandelt; hier ist eine enge Zusammenarbeit mit den Kollegen der Gastroenterologie seit Jahren etabliert.

Die malignen Erkrankungen des Dickdarmes werden nach den aktuellen Leitlinien der Deutschen Krebsgesellschaften behandelt. Unsere Klinik ist seit 2009 als Darmzentrum zertifiziert. Die jährlichen Audits garantieren einen hohen Standard der Behandlung und beweisen die ausgezeichnete Expertise.

Die Behandlung der malignen Erkrankungen erfolgt interdisziplinär; dabei können wir auf die Expertise unserer gastroenterologischen und onkologischen Kollegen zurückgreifen. Im Rahmen einer wöchentlich stattfindenden Tumorkonferenz, an der Fachexperten aller beteiligten Disziplinen der Kliniken Bietigheim und Ludwigsburg teilnehmen, werden die Behandlungspläne der onkologischen Patienten gemeinsam festgelegt.

In unserer Tumorsprechstunde können wir unsere onkologischen Patienten zusätzlich beraten.

Begleitend werden unsere Patienten ernährungsmedizinisch und psychoonkologisch betreut.

Ein kompetentes Stoma-Beratungsteam schult betroffene Patienten bereits während des stationären Aufenthaltes und steht auch nach der Entlassung beratend zur Seite.

Proktologie

Das Fach Proktologie umfasst die Erkrankungen des Mastdarmes und des Darmausgangs wie z. B. Hämorrhoiden, Fistelerkrankungen des Darmes, eitrige Entzündungen oder Abszesse in diesem Bereich.
Auch hier kommen moderne Diagnose- und Operationsverfahren zur Anwendung.
Als Beispiel möchten wir hier das Operationsverfahren nach LONGO bei massivem Auftreten von Hämorrhoiden nennen, welches es ermöglicht, auch viele gleichzeitig vorliegende Hämorrhoiden mit einer Operation zu beseitigen und ist damit äußerst komfortabel für die Patienten.

Bei weniger ausgeprägten Befunden wenden wir die Operationsmethode HAL (Hämorrhoidal-Arterien-Ligatur) an, ein sehr schonendes und nahezu schmerzfreies Operationsverfahren, welches auch ambulant durchgeführt werden kann.

In der Diagnostik verwenden wir neben den üblichen endoskopischen Maßnahmen auch ein modernes Ultraschallverfahren, die sog. Endosonographie, die auch Krankheitsherde außerhalb des Darmlumens darstellen kann.

Regelmäßig werden die Mitarbeiter der Klinik in diesen Verfahren fort- und weitergebildet.

Schilddrüsenchirurgie

In unserer Klinik führen wir ca. 200 Operationen der Schilddrüse und Nebenschilddrüse nach allgemeingültigen Standards pro Jahr durch.

Unser Spektrum reicht von gutartigen knotigen Veränderungen in der Schilddrüse mit normaler Hormonsituation, solchen mit Überfunktion, bis hin zu bösartigen Erkrankungen.

Die operative Therapie der gutartigen Veränderungen erfolgt je nach Befund und reicht von der isolierten Knotenentfernung bis zur vollständigen Entfernung des Organs.

Bei primär bösartigen Veränderungen in der Schilddrüse erfolgt meist die komplette Entfernung des Organs mit zusätzlicher Entfernung von regionären Lymphknoten der betroffenen Seite.

Bei feingeweblichem Nachweis einer bösartigen Erkrankung erfolgt nach dem Ersteingriff eine „Komplettierungsoperation“ mit Entfernung etwaig noch vorhandenem Restschilddrüsengewebes und Sanierung des Lymphabstromgebietes.

Ebenfalls Standard in unserer Klinik sind die Operationen an den Nebenschilddrüsen bei Nachweis einer Überfunktion und daraus resultierenden Störungen des Kalkstoffwechsels. Intraoperativ wird der Erfolg der Operation durch die Bestimmung des Parathormonspiegels und der feingeweblichen Untersuchung überprüft.

Bei allen Operationen an Schild- und Nebenschilddrüse führen wir das kontinuierliche Neuromonitoring der Stimmbandnerven mit Überwachung der Nervenfunktion durch.

Viszeralchirurgie

In der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie werden pro Jahr ca. 4.500 Patienten versorgt; davon etwa 4.000 operativ.

Die operative Versorgung umfasst das gesamte Spektrum der Allgemein- und Viszeralchirurgie mit einem besonderen Schwerpunkt in der Colorektalen Chirurgie.

In enger interdisziplinärer Zusammenarbeit mit den anderen Abteilungen des Krankenhauses wie z. B. Anästhesie und Intensivmedizin, Klinik für Innere Medizin, Gastroenterologie und Hämato-Onkologie, Klinik für Innere Medizin, Kardiologie, Endokrinologie, Diabetologie und internistische Intensivmedizin, Gynäkologie, aber auch der Schmerztherapie erfolgt die optimale perioperative Betreuung, so dass auch die chirurgische Therapie von Kranken mit schweren Begleiterkrankungen aus anderen Fachbereichen und Risiko-Patienten gewährleistet ist.

Narbenfrei Chirurgie

Narbenfreie Operation – notes

Als Weiterentwicklung der minimal-invasiven Chirurgie (Schlüssellochoperation) bieten wir auch narbenfreie Operationen in notes-Technik (natural orifice transluminal endoscopic surgery) an, dabei handelt es sich um die Entfernung der Gallenblase und des Wurmfortsatzes, aber auch bei Dickdarmoperationen setzten wir diese Technik ein. Dabei wird zum Beispiel die Gallenblase ohne sichtbare Narben über Zugänge im Bereich des Nabels und der Scheide entfernt, gestützt wird diese Operation durch modernste HDTV-Technik in unseren OP-Sälen. Diese Technik eignet sich für Frauen ohne größere Voroperationen im Bauchraum und ohne wesentliche Entzündung der Gallenblase. Neben dem kosmetischen Vorteil sprechen vor allem weniger Schmerzen und Wundinfektionen für diese Technik. Narbenbrüche lassen sich durch diesen Zugang vollständig vermeiden.

Refluxkrankheit

Reflux = Rückfluss (von Mageninhalt (Säure) in die Speiseröhre).

Sodbrennen ist in der Bevölkerung weit verbreitet. Bei etwa 10-20% der Bevölkerung der westlichen Industrienationen treten wöchentlich mehrmals Symptome der Refluxkrankheit auf. Vielen Patienten bereitet dies zum Teil jahrzehntelang Beschwerden. Die Betroffenen verspüren häufig Sodbrennen, das nach größeren Mahlzeiten auftritt und sich im Liegen verstärkt. Auch unangenehmes Druckgefühl hinter dem Brustbein, Schmerzen im Oberbauch sowie wiederholtes Erbrechen, Hustenreiz und Schluckauf sind häufig beschriebene Beschwerden. Eine Entzündung der Speiseröhre infolge der Refluxkrankheit (Refluxösophagitis) liegt jedoch nur bei ca. 40% der von Refluxsymptomen Betroffenen vor.

In den meisten Fällen ist die Ursache ein Zwerchfellbruch. So wird die krankhafte Erweiterung des Durchtritts der Speiseröhre durch das Zwerchfell genannt. Als Folge dieser Veränderung kann saurer Mageninhalt in die Speiseröhre zurückfließen (sog. Reflux) und dort Entzündungen und die oben beschriebenen Symptome hervorrufen.

Bei geringen Beschwerden ist in aller Regel die Therapie mit säureblockierenden Medikamenten ausreichend. Kommt es darunter aber nicht zur Besserung, oder nach Absetzen der Medikamente zu erneuten Beschwerden sollte die eigentliche Ursache der Erkrankung, also der Zwerchfellbruch beseitigt werden.

In unserem Refluxzentrum können wir durch gezielte Untersuchungen des Magens und der Speiseröhre das Ausmaß der Erkrankung beurteilen und Ihnen die erfolgversprechendste Therapie anbieten.

Diese umfasst außer der erwähnten medikamentösen Behandlung, endoskopische Verfahren (im Rahmen einer Magenspiegelung), die bei Refluxsymptomen ohne, oder mit sehr kleinen Zwerchfellbrüchen angewendet werden können.

Bei größeren Zwerchfellbrüchen sind minimal invasive Operationstechniken notwendig. Hier wenden wir verschiedene Verfahren an, die speziell auf die Situation des einzelnen Patienten angepasst sind.

Die zwei Ziele der Operation sind:

  • Verschluss des Zwerchfellbruches
  • Bilden einer Refluxbarriere

Letzteres kann durch Bilden einer Magenmanschette aus dem eigenen Gewebe, Implantation eines magnetischen Ringsystems, oder durch Implantation eines elektrischen Stimulationssystems der Verschlussmuskulatur am Mageneingang  erfolgen.

Aufgrund der minimal invasiven Technik (Schlüssellochoperation) können die Patienten in aller Regel 3-4- Tage nach der Operation schmerzfrei und oft bereits ohne Refluxsymptome entlassen werden.

In unserer Klinik werden Patienten aus einem überregionalen Einzugsgebiet behandelt und wir führen dementsprechend ca. 100 Eingriffe dieser Art im Jahr durch. Wir sind als Referenzzentrum für Hernienchirurgie der Deutschen Gesellschaft für Allgemein und Viszeralchirugie zertifiziert und verfügen über modernste roboterunterstützte Operationssäle.