Klinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin, Notfallmedizin und Schmerztherapie in Bietigheim-Vaihingen

Die Klinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin, Notfallmedizin und Schmerztherapie ist eine hochspezialisierte Abteilung mit 7 OP-Sälen, 10 Aufwachraumplätzen, 8 Überwachungsplätzen im ambulanten OP-Zentrum und 14 Betten auf der Intensivstation. Zur Betreuung der Patienten stehen 20 ärztliche, 21 Fachpflegekräfte in der Anästhesie und 30 Fachpflegekräfte auf der Intensivstation zur Verfügung. 

In unserer Klinik werden jährlich ca. 6.200 stationäre und 1.300 ambulante Patienten behandelt. Hierzu stehen erfahrene Spezialisten sowie eine moderne Ausstattung für Diagnostik und Therapie bereit.

Dabei tragen wir dem rasanten Wissensanstieg in der Medizin Rechnung und führen in allen Teilbereichen unseres Fachgebiets die aktuellen Behandlungsmethoden durch. Für Narkosevorbereitung und Schmerztherapie bieten wir Spezialsprechstunden an.

Kennzahlen

  • CMI 1,808
  • PCCL 2,0
  • Fallzahlen 1.772
  • Verweildauer Intensiv 2,3
  • Anästhesieleistungen ca. 8.000
  • Beatmungsstunden 18.634

Die anästhesiologischen Kliniken in Ludwigsburg, Bietigheim, Bretten, Bruchsal, Marbach a. N., Vaihingen a. d. Enz, Markgröningen, Mühlacker und in Neuenbürg bilden zusammen das Zentrum für Anästhesiologie, Intensivmedizin, Notfallmedizin und Schmerztherapie. Dies ermöglicht enge Kooperationen innerhalb des Klinikverbundes. Bei fachübergreifenden Fragestellungen können jederzeit Spezialisten aller medizinischen Fachrichtungen konsiliarisch hinzugezogen werden.

Leistungsspektrum

Anästhesie

  

Anästhesie bedeutet Schmerzausschaltung und/oder Schlaf während eines chirurgischen Eingriffs.
Dies kann durch die Blockierung der Schmerzweiterleitung an einem einzelnen Nerv oder Nervenbündeln (Plexus) erfolgen (Regionalanästhesie) oder durch die Ausschaltung der Wahrnehmung bzw. des Bewusstseins (Narkose). In unserer Klinik kommen viele periphere Nervenblockaden routinemäßig zum Einsatz (N. femoralis-Katheter, N. ischiadicus-Blockaden, interskalenäre Katheter, axilläre und infraclavikuläre Blockaden der oberen Extremität, Fußblock).
Das Aufsuchen der Nerven erfolgt zur Erhöhung der Sicherheit mittels Nervenstimulator und/oder Ultraschall. Alle Reginalanästhesieverfahren können auf Wunsch auch mit Narkose- bzw. Schlafmitteln kombiniert werden, so dass der Patient von der Operation überhaupt nichts mitbekommt.
Viele dieser Regionalanästhesien werden auch nach der Operation zur Schmerztherapie fortgeführt. Ebenso kommen rückenmarksnahe Blockaden (Spinalanästhesie, Periduralanästhesie) einschließlich thorakaler Periduralkatheter bei großen abdominalchirurgischen Eingriffen (Fast-Track-Konzept) zum Einsatz.
Bei Intubationsnarkosen werden alle gängigen Anästhesiegase (Isofluran, Desfluran, Sevofluran) sowie alle verfügbaren Opiate (Fentanyl, Sufentanil, Remifentanil, Alfentanil, Piritramid) angewendet. Grundsätzlich besteht auch die Möglichkeit, die Narkose "gasfrei" als "Total Intravenöse Anästhesie (TIVA) durchzuführen.
Die Überwachungsmonitore und Narkosegeräte sind auf dem allerneuesten Stand und beinhalten auch die Überwachung der Hirnströme (EEG) und der Muskelentspannung (Relaxometrie).

Intensivmedizin

  

Auf unserer interdisziplinären Intensivstation behandeln wir gemeinsam mit den Kollegen der Klinik für Innere Medizin, Kardiologie, Endokrinologie, Diabetologie und internistische Intensivmedizin und 29 Fachpflegekräften Patienten in schwierigen und lebensbedrohlichen Phasen ihrer Erkrankung. Unsere Station verfügt über insgesamt 14 Betten. Behandlungsschwerpunkt bilden für uns hierbei die Patienten der operativen Abteilungen. Jährlich werden ca. 1.770 Patienten behandelt. Dabei stehen uns neue medizinische Behandlungsmethoden des erweiterten hämodynamischen Monitorings (Pulswellenkonturanalyse (PICCO), Pulmonaliskatheter, Sonografie, Echokardiografie), der Blutwäsche (Hämofiltration, Dialyse, Citratdialyse) sowie spezielle Formen der Analgosedierung (ANACONDA) zur Verfügung. Das Team der Intensivstation versieht auch den innerklinischen Reanimationsdienst.

Schmerztherapie

 

Neben der Angst vor einer Operation ist es vor allem die Angst vor evtl. auftretenden Schmerzen nach der Operation, die Patienten im Vorfeld eines Eingriffes sehr beschäftigt. Hier hat sich in den vergangenen Jahren sehr viel verbessert. Die  Abteilung betreut in unserem hellen Aufwachraum alle frisch operierten Patienten des Krankenhauses. Hierbei wird neben der postoperativen Herz-Kreislauf-Überwachung durch unser Fachpersonal auch dafür gesorgt, dass jeder Patient die für ihn notwendige Menge an Medikamenten erhält, um einen schmerzarmen bzw. im Idealfall einen schmerzfreien postoperativen Zustand zu erreichen. Dabei kommen auch Verfahren zur Betäubung von Nerven (über eingebrachte Katheter) oder vom Patienten zu bedienende Pumpen (PCA) zum Einsatz.

In unserer Schmerzambulanz werden jährlich ca. 1.000 Patienten mit chronischen Schmerzen behandelt. Neben der Therapie mit Medikamenten (Pharmakotherapie) gibt es eine Vielzahl von weiteren Verfahren wie Akupunktur, physikalische Therapie, Sympathikusblockaden, Plexus- und rückenmarksnahe Anästhesien, transkutane elektrische Nervenstimulationen (TENS) sowie die therapeutische Gabe von Lokalanästhetika, die bei der Behandlung von chronischen Schmerzen Anwendung finden.

Ebenso sind wir auf die Implantation von Schmerzpumpen mit rückenmarksnahen Kathetern bei schweren chronischen Schmerzen und spastischen Zuständen spezialisiert und betreuen diese Patienten auch im weiteren Verlauf.

Notfallmedizin

  

Am Krankenhaus Bietigheim sind ein Notarzteinsatzfahrzeug (NEF) und 2 Rettungswagenstationiert.

In Zusammenarbeit mit den anderen Fachabteilungen des Krankenhauses stellen wir die notärztliche Versorgung der Bevölkerung des nördlichen Landkreises Ludwigsburg rund um die Uhr sicher. Dabei stehen alle modernen notfallmedizinischen Behandlungsverfahren wie 12-Kanal-EKG, Schrittmacher, Kapnometrie, Thrombolyse, KED-System zur Verfügung. Insgesamt werden von den Notärzten der Rettungswache Bietigheim jährlich ca. 2.000 Einsätze erbracht. Die Besetzung des NEF erfolgt in über 50 % durch die Notärzte der Anästhesieabteilung. Die Anästhesieabteilung stellt mit OA Dr. Locher auch den Ärztlichen Leiter des Notarztdiensts am Krankenhaus Bietigheim.

Der Landkreis Ludwigsburg hat für Großschadensereignisse eine "Leitende Notarztgruppe" eingerichtet, die aus 11 erfahrenen Notärzten mit einer speziellen Weiterbildung hierfür besteht. Vier dieser Leitenden Notärzte sind Ärzte der Anästhesieabteilung (Dr. Vögele, Dr. Locher, Dr. Schwarz, Dr. Schempp).