Innere Medizin, Gastroenterologie, Infektionskrankheiten, Hämato-Onkologie und Palliativmedizin in Bietigheim-Vaihingen

Das breite Spektrum unserer Abteilung bildet den Rahmen für die weitere Spezialisierung in mehreren Schwerpunkten.

Als ein Team von Gastroenterologen, Hämato-Onkologen, Palliativmedizinern und Internisten gewährleisten wir hohe fachliche Kompetenz bei allen Erkrankungen der inneren Organe mit besonderem Schwerpunkt des Verdauungssystems und bei Tumorerkrankungen. Weiterbildungsbefugnisse für Innere Medizin sowie Gastroenterologie, Hämatologie/Internistische Onkologie und Palliativmedizin sind vorhanden. Die Vernetzung in einem großen Klinikverbund ermöglicht eine effektive Zusammenarbeit mit allen anderen Fachdisziplinen.

Auf dem Gebiet der Gastroenterologie verfügen wir über eine qualitativ hochwertige Apparateausstattung mit modernster Endoskopie- und Sonographietechnik. Unser Leistungsspektrum erfasst alle gängigen gastroenterologischen Untersuchungen und Behandlungsmöglichkeiten.Auch für Notfälle steht rund um die Uhr ein Team mit versierten Fachärzten und einem speziell ausgebildetem Assistenzpersonal zur Verfügung.

Kennzahlen

  • Ist-Betten 81
  • Fälle 3.011
  • Case-Mix-Punkte 2.196,695
  • Case-Mix-Index 0,730
  • PCCL/Fall 1,1

Die Behandlung hämato-onkologischer Patienten erfolgt sowohl stationär als auch ambulant über unser interdisziplinäres Tumorzentrum (ITZ) mit hierfür eigens geschulten Pflegemitarbeitern.
Die Klinik ist Teil des durch die Deutsche Krebsgesellschaft zertifizierten Onkologischen Zentrums Ludwigsburg-Bietigheim. Die Einbeziehung von Spezialisten anderer Fachgebiete im Rahmen der wöchentlichen Tumorkonferenzen, regelmäßige Fortbildungen und Qualitätszirkel garantieren hierbei höchstes medizinisches Niveau unter Berücksichtigung alle Aspekte der modernen Tumortherapie.

Zu unserer Klinik gehört auch eine Palliativstation. Im Vordergrund steht hierbei die ganzheitliche Behandlung von Patienten mit voranschreitender oder fortgeschrittener Erkrankung und begrenzter Lebenszeit. Die Betreuung gewährleisten speziell ausgebildete Palliativärzte und Fachkrankenschwestern gemeinsam mit einem interdisziplinären Behandlungsteam aus den Bereichen Psychoonkologie, Seelsorge, Physiotherapie, Ernährungsberatung und Sozialdienstmitarbeitern.

Leistungsspektrum

Endoskopie

Ösophago-Gastroduodenoskopie

Die Gastroskopie (Magenspiegelung), medizinisch auch Ösophagogastroduodenoskopie (ÖGD), ist eine medizinische Untersuchungsmethode des oberen Teils des Verdauungstraktes. Mit ihrer Hilfe ist es möglich, das Innere der Speiseröhre (Ösophagus), des Magens (Gaster) und des Zwölffingerdarms (Duodenum) anzusehen.

Für die Untersuchung verwendet man ein spezielles Endoskop, das sog. Gastroskop, durch dessen beweglichen Schlauch der Arzt mit Hilfe einer Glasfaseroptik hindurchsehen kann. Standard ist heute eine Videooptik, die die Bilder auf einen Monitor überträgt.

Endoskopische Behandlungen

  • Polypektomie (Endoskopische Entfernung von Polypen (Krebsvorstufen))
  • Papillotomie (Erweiterung der Gallengangöffnung zur Steinentfernung usw.)
  • Divertikulotomie bei Zenker-Divertikel
  • Fremdkörperentfernung
  • Entfernung von Gewebebereichen und Polypen
  • Entnahme von Gewebeproben (Biopsien)
  • perkutane endoskopische Gastrostomie (PEG)
  • Ösophagusvarizenligatur und -sklerosierung, Histoacryl-Sklerosierung
  • Bougierung, pneumatische Dilatation
  • Botulinumtoxinbehandlung
  • Stenteinlagen

Coloskopie

Die Spiegelung des Dickdarms (Koloskopie) und des Enddarms (Rektoskopie/ Proktoskopie) ist eine besonders wichtige Untersuchung zur Früherkennung des Darmkrebses oder bei Beschwerden, wenn Blut im Stuhl.
Vor der Koloskopie wird der Darm des Patienten durch abführende Maßnahmen gereinigt.

Im Rahmen der Untersuchungen können z. B. Polypen, die Vorstufen des Dickdarmkrebses sein können, mit einer Schlinge abgetragen.

Wie bei der Ösophagogastroduodenoskopie können auch bei der Koloskopie therapeutisch Eingriffe, z. B. Blutstillungen bei unteren gastrointestinalen Blutungen oder Bougierungen/ Dilatationen mit Einlage von Stents bei Engstellen durchgeführt werden.

Da während der Untersuchung ein Beruhigungsmittel gegeben wird, darf der Patient für den Rest des Tages nicht selbst ein Fahrzeug steuern.

Die Darmspiegelung kann bei uns ambulant und stationär durchgeführt werden.

Dünndarmuntersuchungen

 

Push-Enteroskopie

Bei der Enteroskopie ist es ähnlich wie bei einer Magenspiegelung. Mit einem längeren flexiblen Endoskop ist es möglich, nicht nur bis zum Zwölffingerdarm, sondern auch etwa die Hälfte des Dünndarms (Jejunum) zu untersuchen. Dies kann wichtig sein bespielsweise bei der Suche nach einer Blutungsquelle im Dünndarm.

 

 

Ballon-Enteroskopie

Bei dieser Untersuchung, die von oral und anal durchgeführt werden kann, ist es möglich nahezu den gesamten Dünndarm einzusehen.

 

Die Ballon-Enteroskopie schließt somit die Lücke zwischen Ösophagogastroduodenoskopie und Koloskopie. Im Unterschied zur Kapselendoskopie können bei dieser Untersuchung auch Interventionen (Blutstillung, Polypenabtragung, Biopsien) durchgeführt werden.

 

Die Untersuchung wird in der Regel unter Sedierung durchgeführt.

 

 

Kapsel-Enteroskopie

Auch die Kapselenteroskopie dient zur Beurteilung des Dünndarms. 

Hierbei wird eine kleine Kapsel vom Patienten geschluckt. Eine Mini-Kamera in der Kapsel macht dann über einen Zeitraum von ca. 8 Stunden Bilder vom Magen-Darm-Trakt, die sie an ein Aufnahmegerät, das der Patient an einem Gürtel trägt, sendet.

 

Die Aufnahme werden später an einem Computer ausgewertet.

 

Die Kapsel wird auf natürlichem Wege über den Darm ausgeschieden - sie wird nicht wieder verwendet.

 

ERCP/ PTC

ERCP und PTC (Darstellung der Gallenwege - Endoskopisch retrograde  Cholangiopankreatikographie)

Diese Untersuchung dient der Darstellung der Gallengänge ("cholangio") und des Bauchspeichel-Drüsengang-Systems ("pankreatiko").

Retrograd bedeutet, dass die Gallenwege und der Ausführungsgang der Bauchspeicheldrüse von ihrer Mündung im Zwölffingerdarm (Duodenum) bis zu ihrem Ursprung zurückverfolgt werden.

Mit Hilfe eines flexiblen Spezialendoskops kann der Zwölffingerdarm von innen betrachtet werden und die gemeinsamen Mündung der Ausführungsgänge von Pankreas und Galle aufgesucht werden. In diese Ausführungsgänge kann dann ein Katheter eingeführt werden und die Gänge mit einem Kontrastmittel, das in der Röntgendurchleuchtung sichtbar ist, gefüllt werden. Hierbei werden Gangveränderungen oder Steine sichtbar.

Je nach Befund können Proben für die feingewebliche (jhistopathologische) Untersuchung entnommen, die Mündungsstelle durch einen kleinen Schnitt mit dem Elektromesser erweitert (Papillotomie), Steine geborgen oder Drainagen eingelegt werden. 
 
Perkutane Transhepatische Cholangiographie (PTC)
Ähnlich der ERCP dient die PTC der Darstellung der Gallenwege. Das Kontrastmittel wird dabei aber nicht "von innen" über den Zwölffingerdarm injiziert. Vielmehr wird über einen kleinen Stich durch die Haut ("perkutan") und das Lebergewebe ("transhepatisch") Kontrastmittel von außen in die Gallenwege injiziert  unter Röntgenkontrolle. Durch dieses Verfahren können auch Drainagen zur Galleableitung nach innen oder außen (PTCD) oder Stents in die Gallenwege eingelegt werden.

Bronchoskopie

Spiegelung der Bronchien

Bei der Bronchoskopie wird ein Endoskop über den Mund (oder Nase) in die Atemwege eingeführt. Hierüber können die Stimmbänder, die Luftröhre und die Bronchien in hoher Auflösung betrachtet werden.

Es können Proben entnommen werden und Fremdkörper entfernt werden. 

Flexible Bronchoskope haben heute nur noch einen Durchmesser von 2 bis 3 mm und können damit auch bei Kindern eingesetzt werden.

Die Untersuchung wird in Sedierung durchgeführt und deswegen gut toleriert.

Endosonographie

Bei der Endosonographie wird die Ultraschalluntersuchung über ein Endoskop durchgeführt. Die Untersuchungssonde kann dadurch näher an das zu untersuchende Organ herangebracht werden. Störungen durch Luft oder Knochen können so vermieden werden. Durch Verwendung einer höheren Ultraschallfrequenz wird eine bessere Bildauflösung erreicht. Besonders geeignet ist die Endosonographie zur Untersuchung der Oberbauchorgane und des Enddarmes.

Endoskopische Behandlungen

  • Polypektomie (Endoskopische Entfernung von Polypen (Krebsvorstufen))
  • Papillotomie (Erweiterung der Gallengangöffnung zur Steinentfernung usw.)
  • Stenteinlagen (Einlage eines Plastik- oder Metall-Maschendraht-Kathetrs in Gallengang oder Speiseröhre)
  • PEG (Endoskopische Einlage einer Ernährungssonde in den Magen durch die Bauchdecke)
  • Blutstillung durch Einspritzung verschiedener Medikamente, Abbindung oder "Laser" (Argonplasmakoagulation)
  • Bougierung, Pneumatische Dilatation (Erweiterung von Verengungen infolge von Vernarbung, Tumor oder Achalasie)
  • Ösophagusvarizenligatur und -sklerosierung, Histoacry-Sklerosierung
  • Hämorrhoiden-Ligatur und -sklerosierung
  • Fremdkörperentfernung
  • Botulinumtoxin-Behandlung (bei Achalasie, bei Analfissur)
  • Divertikulotomie bei Zenker-Divertikel

Sonographie

Diagnostische und interventionelle Sonographie, stationär und ambulant

Ultraschall zu Untersuchung und Behandlung. 
Unter Ultraschallkontrolle werden aus verschiedenen Organen Proben zur feingeweblichen Untersuchung entnommen oder z. B. Drainagen zur Ableitung von Eiter aus Abszessen eingelegt.

Verfahren:

  • Sonographie
  • KM-Sonographie (Kontrastmittel-Sonographie)
  • Sonographisch gesteuerte Punktionen
  • Endosonographie

Funktionsdiagnostik

H2-Atemtest

Mit dem "H2-Atemtest" können verschiedene Untersuchungen durchgeführt werden. Die Patienten trinken eine spezielle Zuckerlösung und anschließend wird in bestimmten Zeitabständen Wasserstoff in der Atemluft gemessen. Daraus kann dann geschlossen werden ob der Zucker normal verdaut wird oder zu Beschwerden führt. Der Test ist ungefährlich, unkompliziert und in der Regel nicht unangenehm, es können jedoch Blähungen und Durchfall auftreten. Es ergeben sich daraus Hinweise auf Ursachen für Durchfälle, Blähungen und andere Beschwerden.

Manometrie

  • Druckmessung in der Speiseröhre bei Schluckstörungen
  • Druckmessung am Schließmuskel bei Stuhl-Inkontinenz

 

ph-Metrie

Säuremessung in der Speiseröhre und im Magen

Hämatologie-Onkologie

  • Onkologische Station
  • Ambulante Chemotherapie
  • Interdisziplinäre Tumorkonferenz
  • Knochenmarksuntersuchungen
  • Teilnahme an nationalen und internationalen Therapiestudien
  • Schmerztherapie
  • Zusammenarbeit mit der Klinik für Radioonkologie, Strahlentherapie und Nuklearmedizin Klinikum Ludwigsburg
  • Mitglied des Onkologischen Schwerpunktes Ludwigsburg-Bietigheim

 

Ambulante onkologische Therapie

Behandlung von Tumorpatienten in der Sprechstunde von OA Dr. Dietrich/ Chefarztsprechstunde.

Teilweise im Rahmen von Multicenterstudien Onkologischer Arbeitskreis/Schwerpunkt

Palliativstation

Im Jahre  2004 haben wir im Krankenhaus Bietigehim die erste Palliativstation im Landkreis eröffnet. Diese Station wurde über die Jahre auf aktuell 7 Betten in Einzel- oder Doppelzimmern mit jeweils eigenem Bad erweitert. Zudem gibt es ein Angehörigenzimmer mit Wohnzimmercharakter. Dieser Raum bietet neben der Übernachtungsmöglichkeit eine Rückzugsmöglichkeit, die sich für Gespräche mit den Betreuenden eignet. 

Auf unserer Palliativstation betreuen wir meist schwerstkranke Patienten mit lebensbegrenzenden Erkrankungen. Im Vordergrund steht nicht nur die rein medizinische und pflegerische Versorgung, wie beispielsweise die Schmerzbehandlung oder die Linderung von Atembeschwerden. Auch psychosoziale und spirituelle Aspekte werden in die Behandlung mit einbezogen. Hierzu wird in unser speziell geschultes Team aus Ärzten und Palliativ-Krankenschwestern (Fachkrankenschwestern für Onkologie und Palliativ Care) neben zahlreichen weiteren Fachdisziplinen die Psychoonkologie und Seelsorge integriert. Ebenso besteht für Angehörige auch die Möglichkeit, in die Therapie mit einbezogen zu werden. Auch ihnen wird Unterstützung und Hilfe angeboten. 

Wenn immer möglich, ist es unser Ziel, den Patienten in seine vertraute Umgebung zu entlassen. Um dies auch in schwierigen Situationen zu gewährleisten, erfolgt die enge Zusammenarbeit mit dem Team der Brückenpflege und der Speziellen Ambulanten Palliativ-Versorgung (SAPV), die auch außerhalb der Klinik eine interdisziplinäre Weiterbetreuung durch geschultes Fachpersonal ermöglichen. 

Zielgruppe einer Palliativeinheit sind unheilbar kranke und sterbende Patienten vor allem mit Krebserkrankungen. Sie benötigen in ihren letzten Lebenstagen und -stunden eine Linderung ihrer Beschwerden und eine intensive Betreuung.

Infektionskrankheiten

Patienten mit Infektionskrankheiten wie z. B. infektiösen Darmerkrankungen, Hepatitis, AIDS, Tuberkulose, Malaria und anderen Tropenkrankheiten aber auch Patienten mit Problemkeimen wie Multiresistenten Erregern werden schwerpunktmäßig auf der Station 0.A behandelt.  Hier können - sofern erforderlich - Patienten in einer Reihe von Einzelzimmern mit Schleusen isoliert werden. Es besteht ein enge Kooperation mit unserer Abteilung für Hygiene und den örtlichen Gesundheitsämtern.

Intoxikationen

In der Abteilung für Innere Medizin, Gastroenterologogie werden – schwerpunktmäßig auf der Station 0.A - Patienten mit akuten Alkohol-, Drogen- und Tablettenintoxikationen behandelt. Bei schweren Intoxikation oder bei Suizidalität erfolgt die Überwachung auf unserer Intensivstation 1.D.

Alle gängigen Antidote sowie die Möglichkeit zur Magenspülung sind jederzeit vorhanden. Es besteht dabei eine gute Zusammenarbeit mit der Giftzentrale in München.

Suchtmedizinisch liegt ein Schwerpunkt auf der Alkoholkrankheit. Niederschwellig werden Alkohol-Entgiftungprogamme angeboten. Es besteht eine enge Kooperation mit unserer Abteilung für Psychosomatik und der psychosoziale Beratungsstelle der Suchthilfe in Bietigheim.

Bei Alkoholvergiftungen von Jugendlichen und jungen Erwachsenen bis 28 Jahren werden Kontakte zur der aufsuchenden Jugend- und Drogenberatung („chill out“) vermittelt.

Neben der Alkoholkrankheit selbst werden die internistischen Folgeerkrankungen des Alkoholmissbrauches diagnostiziert und behandelt. Eine zentrale Rolle spielt dabei die Behandlung der Leberzirrhose und deren Folgen bzw. Komplikationen.