Institut für Pathologie und Neuropathologie in Ludwigsburg

Gewebeproben, Operationspräparate und Punktionsflüssigkeiten werden in unserem Institut mit modernen histologischen, immunhistochemischen und zytologischen Verfahren untersucht.

Dadurch können wir nach international gültigen Leitlinien präzise Diagnosen stellen.

Unser Ziel ist es, dass die Diagnosen schon innerhalb eines Tages vorliegen. Bei kleinen Biopsien steht die Diagnose meist schon nach wenigen Stunden fest. So können eine gezielte Behandlung oder weitere diagnostische Verfahren schnell eingeleitet werden.

Für notwendige weitere molekularpathologische Untersuchungen kooperieren wir eng mit externen Instituten und Universitätseinrichtungen.

Kennzahlen

  • Ärzte (Köpfe) 7
  • Gewebeproben ca. 40.000
  • Antikörper ca. 200
  • Fälle ambulant ca. 22.000

Wir ermöglichen den Patienten die Teilnahme an Therapiestudien, indem wir Gewebeproben den dafür eingerichteten Referenzinstituten überlassen.

Bei seltenen Erkrankungen oder problematischen Fällen können wir rasch bei den zuständigen Referenzzentren eine zweite, konsiliarische Meinung einholen.

Obduktionen werden auf Anforderung der klinischen Abteilungen durchgeführt, wenn das Einverständnis der Angehörigen vorliegt. Dadurch kann die Qualität der medizinischen Versorgung überprüft werden.

Leistungsspektrum

Pathologie des Gastrointestinaltrakts

(in Kooperation mit dem Darmzentrum)

Bei einer Magen- oder Darmspiegelung entnimmt der Gastroenterologe kleine Gewebeproben (Biopsien). Daran sehen wir mikroskopisch, ob die Schleimhäute erkrankt sind und können genau sagen, um welche Erkrankung es sich handelt.

Diese Untersuchung ist ein wichtiger Baustein in der Krebsvorsorge. Vorstufen einer Krebserkrankung oder ein Frühstadium eines Magen- oder Darmkrebses können zuverlässig erkannt werden und so erfolgreich behandelt werden.

Besondere Bedeutung haben diese Untersuchungen auch in der Diagnose von Magen- oder Darmschleimhautentzündungen. Chronische entzündliche Darmerkrankungen (Morbus Crohn, Colitis ulcerosa) werden erst durch die mikroskopische Untersuchung sicher diagnostiziert.

Pathologie der Mamma

(in Kooperation mit dem Brustzentrum)

Kleine Gewebeproben aus einem Knoten der Brust werden mikroskopisch untersucht. Erst dann steht fest, ob es sich um eine gutartige Gewebsvermehrung, einen Krebsvorläufer oder bereits um Brustkrebs handelt.

Moderne Operationstechniken erlauben heute in der Mehrzahl der Brustkrebserkrankungen eine brusterhaltende Therapie, bei der nur der Brustkrebs entfernt wird. Eine Voraussetzung dafür ist, dass wir mikroskopisch genau messen, wie breit der Sicherheitsabstand zwischen Tumor und gesundem Gewebe ist und ob der Brustkrebs somit sicher komplett entfernt ist. Bereits während der Operation können wir in einer Schnellschnittuntersuchung in wenigen Minuten zusätzlich sagen, ob bereits eine Metastase in einem Lymphknoten vorliegt oder nicht. Davon hängt ab, ob die übrigen Lymphknoten belassen werden können.

Die moderne medikamentöse Behandlung von Brustkrebs wirkt nur, wenn der Tumor für das eingesetzte Medikament empfindlich ist. Genau dies können wir mit immunhistochemischen Untersuchungen der Tumorzellen vorhersagen.

Auf das bei uns konservierte Tumorgewebe kann auch viele Jahre später noch zugegriffen werden, falls neue Behandlungsmöglichkeiten zusätzliche Untersuchungen erfordern.

 

Pathologie der Prostata

(In Kooperation mit dem Prostatazentrum)

Aus kleinen Gewebeproben kann mikroskopisch festgestellt werden, ob eine Vergrößerung der Prostata gutartig ist, oder ob ein Prostatakrebs vorliegt.

Bei einer gutartigen Vergrößerung der Prostata kann eine Verkleinerung durch die Harnröhre erfolgen. Das dabei entfernte Gewebe wird von uns sorgfältig untersucht, um einen kleinen Prostatakrebs sicher auszuschließen.

Bei Vorliegen eines Prostatakrebses kann eine weitere, gezielte Behandlung erfolgen. Manchmal muss dazu die Prostata komplett entfernt werden. Wir stellen dann fest, ob der Prostatakrebs komplett entfernt werden konnte, und auch welche Ausdehnung der Tumor hatte.

Pathologie der Leber

Erkrankungen der Leber untersuchen wir an kleinen Proben mikroskopisch, histochemisch und immunhistochemisch auf ihre Ursache hin. So können Stoffwechselerkrankungen, Entzündungen, Vergiftungen, Medikamentennebenwirkungen oder Tumoren der Leber erkannt und klassifiziert werden, um eine optimale Behandlung zu ermöglichen.

Neuropathologie

(Kooperation mit dem Zentrum für Neuroonkologie)

  • Diagnostik von Hirntumoren und anderen Erkrankungen des zentralen oder peripheren Nervensystems.
  • Schnellschnittuntersuchungen einschließlich zytologischer Beurteilung des Gewebes zur Zielpunktkontrolle während stereotaktischer Hirnbiopsien.
  • Liquorzytologie
  • Durchführung von Hirnsektionen
  • Fetale Neuropathologie
  • Beratung bezüglich der Herrichtung von Gewebeproben bei speziellen Fragestellungen.

Informationen für Ärzte

  • Wir stellen Transportgefäße mit Fixierlösung (4% Formaldehyd) und frankierte Versandtaschen kostenlos zur Verfügung.
  • Kleine Biopsien, die bis 10 Uhr bei uns sind, werden noch am selben Tag befundet.
  • Größere Gewebeproben und Resektate werden am Folgetag bearbeitet.
  • Schnellschnittbereitschaft von 8:00 Uhr bis 16:30 Uhr.
  • Befundübermittlung per Post, Fax oder elektronisch über das Internet.
  • Wir bitten um Mitteilung der Entnahmelokalisation und klinisch wichtiger Parameter (der Untersuchungsantrag kann hier heruntergeladen werden)