Gastroenterologie, Hepatologie, Endoskopie

Endoskopie

Die Klinik verfügt über eine der größten und modernsten Endoskopie-Einheiten Deutschlands. Jährlich werden hier ca. 12.000 endoskopische Untersuchungen durchgeführt. Es werden sämtliche diagnostische und therapeutisch-interventionelle Verfahren angeboten. Die Untersuchungen werden von spezialisierten und erfahrenen Ärzte mit Assistenz durch speziell geschultes Pflegepersonal vorgenommen. Einige spezielle Untersuchungen werden im Rahmen von klinisch-wissenschaftlichen Studien durchgeführt.

Untersuchungen wie Koloskopien, Ösophagogastroskopien und diagnostische Endosonographien können auch ambulant durchgeführt werden. Für ambulante Untersuchungen ist ein ärztliches Vorgespräch notwendig, das nach telefonischer Anmeldung von Montag bis Donnerstag stattfinden kann (1. Stock, Endoskopie). 

Alle Untersuchungen werden in der Regel unter tiefer Sedierung, meist mit Propofol durchgeführt. Tiefe Sedierung heißt, dass der Patient während der Untersuchung tief schläft, von der Untersuchung also nichts mitbekommt und insbesondere keine Schmerzen verspürt. Im Unterschied zu einer Vollnarkose ist eine künstliche Beatmung jedoch nicht notwendig. Während dem Eingriff erfolgt eine engmaschige Überwachung der Kreislaufparameter. Die Sedierung wird durch speziell geschultes Pflegepersonal oder durch einen zweiten Arzt durchgeführt. Nach dem Eingriff erfolgt eine Überwachung im Aufwachraum der Endoskopie oder nach längeren Eingriffen auch auf einer Überwachungsstation.

Die routinemäßige Verwendung von Kohlenstoffdioxid (CO2) anstatt Luft gewährleistet eine besonders schonende Untersuchung mit deutlich weniger abdominellen Beschwerden nach dem Eingriff.

Bronchoskopie

Diagnostische Bronchoskopie

Die Bronchoskopie bezeichnet die Spiegelung der Atemwege (Kehlkopf, Luftröhre und Bronchien). Bei rein diagnostischen Untersuchungen wird das spezielle, sehr dünne Videoendoskop unter Sedierung über die Nase in die Bronchien eingeführt. Es können so die Atemwege optisch beurteilt werden Zudem können Biopsien aus der Schleimhaut zur histologischen Beurteilung und Sekretabsaugungen und Spülungen (Bronchialspülung, Bronchoalveoläre Lavage)zur mikobiologischen zytologischen Diagnostik durchgeführt werden. Indikationen zur Bronchoskopie können z. B. chronischer Husten, Tumor- oder Tuberkuloseverdacht sein.

Therapeutische/interventionelle Bronchoskopie

Sind bei der Bronchoskopie Therapien (Interventionen) an den Atemwegen geplant, wird das Bronchoskop über den Mund unter Vollnarkose eingeführt. Die oberen Atemwege werden hierbei über einen Tubus geschützt und offengehalten. Im Bedarfsfall kann hierüber auch eine künstliche Beatmung (z. B: Jet-Ventilation) erfolgen. Während er Untersuchung ist selbstverständlich eine engmaschige Überwachung von Kreislauf- und Atemparameter (z. B. transkutane CO2-Messung) gewährleistet.

Bei Engstellen oder Verschlüssen der Bronchien durch bösartige Tumoren kann eine Rekanalisation durch Abtragen von Tumorgewebe mit Hilfe einer vereisenden Sonde (Kryosonde) erfolgen. Zudem kommen in speziellen Situationen selbstexpandierende Metallstents zum Einsatz.

Es besteht zudem die Möglichkeit einer sog. transbronchialen Lungenbiopsie, also die Gewebeentnahme aus der Lunge durch einen Zugangsweg über die Bronchien.

Endobronchialer Ultraschall (EBUS)

Spezielle Fragestellungen erfordern den Einsatz des sogenannten endobronchialen Ultraschalls. Hierbei wird ein spezielles Endoskop benutzt, welches an seiner Spitze mit einem Ultraschall-Kopf ausgestattet ist. So können Strukturen, die an die Bronchien angrenzen (i.d.R. Lymphknoten) beurteilt und auch gezielt biopsiert werden (EBUS-gesteuerte perbronchiale Punktion).

Doppelballonenteroskopie

Die Doppelballonenteroskopie dient der Untersuchung des Dünndarms. Hierzu wird ein spezielles Endoskop benutzt, das sich raupenförmig durch den Dünndarm bewegt. Das Endoskop kann sowohl von oral als auch von anal eingeführt werden. Durch die Kombination beider Verfahren ist in der Regel die komplette Einsicht des ca. 5m langen Dünndarms möglich. Die Doppelballonenteroskopie schließt somit die Lücke zwischen Ösophagogastroduodenoskopie und Koloskopie. 

Im Unterschied zur Kapselendoskopie können bei dieser Untersuchung auch Interventionen (Blutstillung, Polypenabtragung, Biopsien) durchgeführt werden. 

Die Untersuchung wird in der Regel unter Sedierung mit Propofol durchgeführt.

Endoskopische Vollwandresektion

Mit der Endoskopischen Vollwandresektion (FTRD System) steht eine neuartige Technik zur Entfernung von Adenomen/ Polypen oder auch Frühstadien des Dickdarkrebses zur Verfügung, die mit bisherigen endoskopischen Methoden nur schwierig oder gar nicht abgetragen werden konnte. Unsere Klinik hat hierbei weltweit die größte Erfahrung; die Behandlung erfolgt üblicherweise im Rahmen einer klinischen Studie.

Für den Eingriff wird ein neues, auf ein konventionelles Endoskop aufsetzbares Gerät (FTRD, "Full thickness resection Device") verwendet. Das Gerät hat seit September 2014 ein CE-Zertifikat und wurde für die endoskopische Vollwandresektion (=Entfernung eines Teils der Darmwand) entwickelt. Es besteht aus einer transparenten Kappe, in die eine Schlinge integriert ist. Auf der Kappe befindet sich ein spezieller Clip ("Over The Scope Clip", OTSC) (siehe Abbildung 1). Für die Abtragung z. B. des Polypen wird dieser mit einem Greifinstrument in die Kappe hineingezogen, hierbei entsteht eine "Duplikator" der Darmwand. Der Clip wird dann abgelöst und das über dem Clip befindliche Gewebe mit der Schlinge entfernt. Der Clip verhindert dabei eine Perforation der Darmwand (siehe Abb. 2). Der OTSC-Clip besteht aus Nitinol, einem körperverträglichen Metall, das in der Medizin heute in vielen anderen Verfahren routinemäßig verwendet wird. Durch die krallenförmige Struktur des ca. 1,5 cm großen Clips und die elastische Eigenschaft des Metalls wird ein dauerhafter, aber fester Verschluss erreicht. Der OTSC®-Clip ist ein von den staatlich anerkannten Behörden zugelassenes und weltweit eingesetztes und zugelassenes Medizinprodukt.

Abb. 1: FTRD System. Das System wird auf ein Standard-Koloskop aufgesetzt und besteht aus einer Kappe mit aufgesetztem Over-The-Scope Clip und einer in die Kappe integrierten Schlinge

Abb. 2: Funktionsweise des FTRD:

1: Aufsuchen der Läsion und Vorführen einer Zange durch den Arbeitskanal
2: Greifen der Läsion
3: Einzug in die Kappe
4: Applikation des OTSC
5: Resektion mit der Schlinge

Weiterführende Literatur:

Schmidt A, Damm M, Caca K. Endoscopic full-thickness resection using a novel over-the-scope device. Gastroenterology. 2014;147(4):740-742.e2. doi:10.1053/j.gastro.2014.07.045

Schmidt A, Bauerfeind P, Gubler C, et al. Endoscopic full-thickness resection in the colorectum with a novel over-the-scope device : first experience. Endoscopy 2015, epub ahead of print.

Endosonographie

Endosonographie (Endoskopischer Ultraschall, EUS)

Bei der Endosonographie handelt es sich um ein Verfahren, bei dem mit Hilfe spezieller Endoskope eine Ultraschalluntersuchung „von innen“ erfolgt. Die Endoskope sind mit hochauflösenden Ultraschallköpfen ausgestattet, die es erlauben, die Wandschichten des Gastrointestinaltraktes sowie dem Gastrointestinaltrakt benachbarte Organe und Strukturen zu beurteilen. Das Endoskop kann dabei von oral oder von anal eingeführt werden. 

Die Endosonographie hat einen besonderen Stellenwert zur weiteren Abklärung von Zufallsbefunden, die im Rahmen anderer bildgebender Untersuchungen entdeckt werden (z.B. Computertomographie und Ösophagogastroduodenoskopie). Besonders geeignet ist die Endosonographie zum Beispiel zur Beurteilung von Veränderungen und Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse. Hierbei kann das Organ auch gezielt unter Sicht biopsiert und Proben entnommen werden (EUS-gesteuerte Feinnadelaspiration).

Weiterhin ist die Endosonographie die ideale Methode zur Abklärung von Prozessen im Gastrointestinaltrakt, die unterhalb der Schleimhaut in der Wand von Hohlorganen entstehen (sog. „submuköse“ oder „intramurale“ Prozesse). 

Ein weiteres Einsatzgebiet ist das sogenannte „Tumor-Staging“, bei dem es darum geht, das Stadium einer Tumor-Erkrankung mit größtmöglicher Genauigkeit festzulegen, um den Patienten dann einer stadiengerechten Therapie zuzuführen. Bei Tumoren von Speiseröhre, Magen und Enddarm kann so die exakte Tiefenausdehnung in die Organwand festgelegt werden (sog. T-Stadium). Zudem erlaubt die Endosonographie die Darstellung und ggf Punktion von benachbarten Lymphknoten. 

Interventionelle/Therapeutische Endosonographie

Neben der Diagnostik haben sich in letzten Jahren auch zunehmend therapeutische EUS-gestütze Verfahren entwickelt.

EUS-gesteuerte Punktion und Drainage von Pseudozysten; Nekrosektomie
Bei schwerem Verlauf einer Bauchspeicheldrüsenentzündung können sich sogenannte Pseudozysten (flüssigkeitsgefüllte Hohlräume) entwickeln, die aufgrund ihrer Größe oder auch aufgrund einer Infektion Beschwerden machen können. Diese können über den Magen oder über das Duodenum unter EUS-Sicht punktiert durch Einlage von internen Drainagen entlastetet werden.
Bei ausgedehnten und infizierten Nekrosen der Bauchspeicheldrüse kann über den Magen unter endosnographischer Sicht ein Zugang geschaffen werden, über den die Nekrosen in mehreren Sitzungen endoskopisch entfernt werden können. Dies sind anspruchsvolle Eingriffe, die von erfahrenen Spezialisten durchgeführt werden und dem Patienten unter Umständen eine aufwändige Bauchoperation ersparen.

EUS-gesteuerte Plexus coeliacus Blockade
Hierbei handelt es sich um ein schmerztherapeutisches Verfahren, das bei ausgeprägten Oberbauchschmerzen (i.d.R. bei fortgeschrittenen Tumoren der Bauchspeicheldrüse oder bei chronischen Bauschpeicheldrüsenentzündungen) zum Einsatz kommt. Über das von oral eingeführte Endoskop kann unter endosonographischer Sicht über den Magen ein Nervengeflecht im Oberbauch mit Alkohol und einem Lokalanästhetikum infiltriert werden. Hiernach tritt in der Regel eine deutliche Schmerzreduktion auf, der Effekt ist durch klinische Studien belegt.

ERCP und PTC

ERCP und PTC (Darstellung der Gallenwege - Endoskopisch retrograde Cholangiopankreatikographie)

Diese Untersuchung dient der Darstellung der Gallengänge ("cholangio") und des Bauchspeichel-Drüsengang-Systems ("pankreatiko").

Retrograd bedeutet, dass die Gallenwege und der Ausführungsgang der Bauchspeicheldrüse von ihrer Mündung im Zwölffingerdarm (Duodenum) bis zu ihrem Ursprung zurückverfolgt werden.

Mit Hilfe eines flexiblen Spezialendoskops kann der Zwölffingerdarm von innen betrachtet und bis zur Mündung des Ausführungsganges geführt werden.

Hat der Arzt die Mündung des Gallenganges und Bauchspeichel-Drüsenganges mit dem Endoskop erreicht, füllt er diesen retrograd, also entgegen der normalen Flussrichtung, unter Röntgenkontrolle mit Röntgen-Kontrastmittel auf. Die Gangsysteme werden durch das Kontrastmittel auf dem Monitor der Röntgenanlage deutlich hervorgehoben.

Während der können kleinere operative Eingriffe vorgenommen werden. Dazu führt der Arzt über die Arbeitskanäle des Endoskops spezielle Instrumente ein, beispielsweise eine Zange. Er kann nun Gewebeproben (Biopsien) entnehmen. Falls es notwendig ist, kann auch die Mündung der Gangsysteme durch einen Schnitt erweitert werden (Papillotomie).

Darüber hinaus ist mit Hilfe einer ERCP die Entfernung mündungsnaher Gallensteine möglich oder das Einsetzen eines Stents in einen der Ausführungsgänge. Ein Stent ist ein Röhrchen, das dazu dient, den z. B. durch einen Tumor oder eine Vernarbung verengten Gang offen zu halten, damit die Galle abfließen kann.

Die Therapie von gut- und bösartigen Engstellen der Gallenwege kann teilweise nach spezieller Aufklärung des Patienten im Rahmen von multizentrischen klinischen Studien erfolgen.

Perkutane Transhepatische Cholangiographie (PTC)

Ähnlich der ERCP dient die PTC der Darstellung der Gallenwege. Das Kontrastmittel wird dabei aber nicht "von innen" über den Zwölffingerdarm und die Gallenwegsöffnung injiziert. Vielmehr wird über einen kleinen Stich durch die Haut ("perkutan") und das Lebergewebe ("transhepatisch") Kontrastmittel von außen in die Gallenwege injiziert  mit anschließendem Röntgen ("Cholangiographie"). Durch dieses Verfahren können auch Drainagen zur Galleableitung nach außen (PTCD) oder Stents in die Gallenwege eingelegt werden.

Kapselenteroskopie

Auch die Kapselendoskopie dient zur Beurteilung des Dünndarms.

Bei dieser Technologie handelt es sich um eine 26 x 11 mm große einnehmbare Kapsel, die der Patient mit etwas Wasser schluckt. Sie enthält Batterien, einen Sender, Lichtquelle sowie eine Chip-Kamera, die über einen Zeitraum von ca. 8 Stunden Bilder mit einer Frequenz von 2/sec drahtlos sendet.

Die Bilder werden von einem Aufnahmegerät, das die betreffende Person während der Untersuchung in einem Gürtel bei sich trägt gespeichert und im Anschluss daran durch ein Computerprogramm als Film für eine Auswertung sichtbar gemacht.

Die Kapsel wird auf natürlichem Wege über den Darm ausgeschieden - sie wird nicht wieder verwendet. Es können nur Patienten damit untersucht werden, bei denen keine Engstellen im Darm (Stenosen) zu befürchten sind.

Im Unterschied zur Doppelballonteroskopie sind mit der Kapsel keine therapeutischen Interventionen möglich.

Eine Neuheit ist die Untersuchung des Dickdarms mit einer speziellen Kapsel („Kolon-Kapsel“). Diese Untersuchung ist jedoch kein Standardverfahren und kann derzeit die konventionelle Darmspiegelung (Koloskopie) nicht ersetzen.

Koloskopie und Proktoskopie

Die Spiegelung des Dickdarms (Koloskopie) und des Enddarms (Rektoskopie/Proktoskopie) ist eine besonders wichtige Untersuchung zur Früherkennung des Darmkrebses. Empfohlen wird eine Vorsorgeuntersuchung ab dem 55. Lebensjahr und dann alle weitere 10 Jahre. Bei bestimmten Risikogruppen (z. B. familiäres Vorkommen von Darmkrebs) kann eine Vorsorge auch früher angezeigt sein.

Vor der Koloskopie wird der Darm des Patienten durch abführende Maßnahmen gereinigt. So nimmt der Patient am Abend vor der Untersuchung ein von uns bereitgestelltes Abführmittel ein. Am Morgen der Untersuchung muss der Patient nüchtern bleiben. 

Es stehen Geräte der neuesten Generation zur Verfügung.

Im Rahmen der Untersuchungen können z. B. Polypen, die Vorstufen des Dickdarmkrebses sein können, mit einer Schlinge abgetragen werden. Ein besonderer Schwerpunkt unserer Abteilung liegt in der endoskopischen Therapie von größeren Polypen und Frühstadien bösartiger Tumore. 

Weitere therapeutische Maßnahmen sind z. B. Blutstillungen bei unteren gastrointestinalen Blutungen, Verödung von Gefäßmalformationen oder Dilatationen mit ggf. Einlage von Stents bei Engstellen.

Informationen zu ambulanten Untersuchungen:

Die Darmspiegelung kann bei uns ambulant durchgeführt werden. Für das notwendige Vorgespräch, die Aufklärung durch einen Arzt sowie die Terminvergabe für die Untersuchung ist ein Termin unter nebenstehender Telefonnummer zu vereinbaren.

Falls während der Untersuchung ein sedierendes Mittel, gegeben wird, darf der Patient für den Rest des Tages nicht selbst ein Fahrzeug steuern. Daher sollte er mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder, falls er einen eigenen Pkw hat, nur als Mitfahrer zur Untersuchung kommen.

Ösophago-Gastroduodenoskopie

Die Ösophagogastroduodenoskopie bezeichnet die Spiegelung von Speiseröhre, Magen und Zwölffingerdarm. Die Untersuchung wird in der Regel in tiefer Sedierung (Medikament: Propofol) durchgeführt, auf Wunsch kann aber auch auf eine Sedierung verzichtet werden. Es sind sowohl ambulante als auch stationäre Untersuchungen möglich.

Für die Untersuchung stehen modernste Videoendoskope zur Verfügung (HD-Technologie, Narrow Band Imaging, 180° Optik).

Während der Untersuchung können Gewebsproben (Biopsien) der betrachteten Organe entnommen sowie therapeutische Eingriffe durchgeführt werden. Beispielsweise können Blutstillungen bei lebensbedrohlichen gastrointestinalen Blutungen oder die Behandlung von Krampfadern der Speiseröhre mittels Gummibandligatur erfolgen.

Ein besonderer Schwerpunkt der Klinik liegt in der endoskopischen Entfernung von Krebsvorstufen oder von Frühstadien von bösartigen Tumoren des Verdauungstrakte.

Weitere therapeutische Verfahren

  • Ballondilatation und Bougierung von Engstellen
  • Stenteinlagen
  • Argon-Plasma-Koagulation
  • Polypenabtragung

Weitere therapeutische Verfahren

  • Ballondilatation und Bougierung von Engstellen
  • Stenteinlagen
  • Argon-Plasma-Koagulation
  • Sklerosierung
  • Mukosektomie
  • Polypenabtragung

Perkutane Endoskopische Gastrostomie (PEG)

(Durch die Haut angelegte Öffnung über die Bauchdecke in den Magen)

Die perkutane endoskopische Gastrostomie ist ein endokopisch angelegter direkter Zugang zum Magen, der die Bauchwand durchdringt und der bei Patienten mit Schluckstörungen unterschiedlichster Ursache die künstliche Ernährung lange Zeit ermöglicht.

Die dabei verwendete PEG-Sonde ist ein elastischer Kunststoffschlauch, der im Rahmen einer Gastroskopie (Magenspiegelung) gelegt wird. Gegenüber der sog. nasalen Magensonde besitzt die PEG-Sonde mehrere Vorteile. Unter anderem ist die Aspirationsgefahr verringert und der Patient kann zusätzlich zur verabreichten Sondennahrung ungestört schlucken.

Eine PEG ermöglicht somit die künstliche Ernährung mit Sondennahrung als enterale Ernährung, also eine Ernährung über den Magen-Darm-Trakt, die der parenteralen Ernährung, d.h. der Ernährung durch Infusionen, wiederum grundsätzlich vorzuziehen ist.

Wird das Ende der Sonde nicht in den Magen, sondern über den Magenausgang (Pylorus) und den Zwölffingerdarm (Duodenum) hinaus in den obersten Abschnitt des Dünndarms, den Leerdarm (Jejunum) gelegt, so spricht man von einer Jet-PEG. Wird eine Direktpunktion des Jejunums vorgenommen, heißt es perkutane endoskopische Jejunostomie (PEJ). Eine PEJ kann bei einer Verengung des Magenausgangs und anderen Erkrankungen sinnvoll sein.

Technik der PEG-Anlage

Beim „Legen“ einer PEG wird eine Sonde durch die Bauchdecke hindurch in den Magen gelegt. Am häufigsten geschieht dies mit der sog. Fadendurchzugsmethode. Zunächst wird bei dem Patienten eine Gastroskopie durchgeführt und der Magen durch Einblasen von Luft entfaltet. Mittels Diaphanoskopie wird im abgedunkelten Raum eine günstige Position für die Sonde gesucht. Nach dem Anbringen einer örtlichen Betäubung und entsprechender Desinfektion wird ein wenige Millimeter langer Schnitt in die Bauchhaut durchgeführt. Durch diesen Schnitt wird eine Stahlkanüle bis in den Magen eingeführt. Über die Stahlkanüle ist ein Plastikröhrchen gestreift, das beim Zurückziehen der Stahlkanüle eine Verbindung durch die Haut in den Magen herstellt. Durch dieses Röhrchen wird jetzt ein Faden geschoben, der im Magen mit einer kleinen, durch das Endoskop geschobenen Zange gegriffen wird. Das Endoskop wird jetzt zurückgezogen, bis der Faden durch die Bauchwand, den Magen und die Speiseröhre führt und aus dem Mund des Patienten ragt. An dieses Ende wird nun die Sonde geknotet und schließlich durch Zug an dem aus dem Bauch ragenden Fadenende durch den Mund, die Speiseröhre und den Magen nach außen gezogen. Am inneren Ende der Sonde ist eine Plastikplatte befestigt, die ein Durchrutschen der Sonde nach außen verhindert. Von außen wird die Sonde durch eine Gegenplatte fixiert.

Funktionsdiagnostik

Die Klinik verfügt über ein eigenes „Funktionslabor“, in dem spezielle Untersuchungen zur Abklärung von Refluxbeschwerden, Motilitätsstörungen der Speiseröhre, Atemtests sowie Kapselendoskopien erfolgen. Die Durchführung erfolgt in der Regel durch Herrn Samuel Raad, die Auswertung der Untersuchung erfolgt durch spezialisierte Ärzte unserer Klinik. 

Die meisten Untersuchungen können ambulant durchgeführt werden.

Atemtests

Wasserstoff-(H2-)Atemtests sind klinisch etablierte Tests zur Diagnostik einer Kohlenhydratmalabsorption und –unverträglichkeit sowie einer bakteriellen Fehlbesiedelung des Dünndarms. Die Symptome einer Kolhenhydratmalabsorption sind vor allem Übelkeit, Völlegefühl, Blähungen, Durchfälle und Bauchschmerzen. Die Tests basieren auf der Messung von Wasserstoffgas (H2) in der Ausatemluft nach Zufuhr der entsprechenden Kohlenhydrate.
H2-bildende Bakterien sind beim Gesunden nur im Dickdarm zu finden. Das von ihnen produzierte H2 gelangt über die Kapillaren der Darmschleimhaut in die Lunge, wo es nahezu vollständig abgeatmet wird.
Wenn bestimmte Kohlenhydrate nicht ausreichend vom Dünndarm resorbiert werden erfolgt im Dickdarm durch Bakterien eine Metabolisierung zu Wasserstoff und damit ein signifikanter Anstieg der H2-Werte in der Ausatemluft.

Verschiedene Testsubstrate und ihre Indikation

  1. Laktose H2-Atemtest
    bei V.a. Laktose-(Milchzucker) intoleranz, Reizdarmsyndrom, dyspeptischen Beschwerden unklarer Genese, chronischen Diarrhöen zur Abklärung
  2. Fruktose H2-Atemtest
    bei V.a. Fruktose-(Fruchtzucker) malabsorption, Beschweren nach Zufuhr von Früchten oder Saccharose nicht bei V.a. hereditäre Fruktoseintoleranz
  3. Glukose- H2-Atemtest
    bei V.a. bakterielle Fehlbesiedelung inkl. Kontrolle nach antibiotischer Therapie
  4. Laktulose H2-Atemtest bei V.a. verzögerte Magen-Darm-Passage Seltene Substrate für einen H2-Atemtest sind Sorbit und Saccharose

Diese Tests können ambulant durchgeführt werden, benötigt wird hierfür eine Überweisung von einem niedergelassenen Facharzt (in der Regel Gastroenterologen).

Impedanz-Messung und drahtlose 24h-pH-Metrie

Am Klinikum Ludwigsburg wird mittels modernster Verfahren durch die Impedanzmessung die Diagnostik bei Verdacht auf eine Refluxerkrankung der Speiseröhre (Sodbrennen) durchgeführt.

Die Impedanz-Messung in der Speiseröhre ist ein modernes Verfahren zur Diagnostik der Refluxkrankheit (Sodbrennen). In Ergänzung zu anderen Verfahren, z. B. der herkömmlichen pH-Metrie (Messung von Säurebelastung in der Speiseröhre) oder der Ösophagus-Manometrie (Druck- und Bewegungsmessung in der Speiseröhre), kann mit der Impedanz-Messung vom Magen in die Speiseröhre zurückfließende Inhalte jeder Art festgestellt werden. Dies eröffnet neue diagnostische Möglichkeiten vor allem bei Patienten, bei denen der Reflux entweder nur schwach sauer ist oder überhaupt keine Säure enthält. Da bei der Technik sowohl die Säurebelastung der Speiseröhre als auch die Schluckbewegungen analysiert werden können, ist die Diagnose von saurem und auch nicht-saurem Speiserückfluss vom Magen in die Speiseröhre möglich. Kurzzeitiger Rückfluss von Mageninhalt in die Speiseröhre kommt auch bei Gesunden vor.

Bei vielen Refluxpatienten erweitert die Impedanz-Messung daher erheblich die medizinischen Diagnosemöglichkeiten. Bei einer medikamentösen Behandlung mit verringert sich bei Sodbrennen-Patienten zwar der "saure Reflux", oft jedoch nicht der "nicht-saure Speiserückfluss". Selbst wenn sich durch den Rückgang des sauren Reflux theoretisch die Beschwerden wie Sodbrennen bessern können, bleiben Beschwerden bei vielen Patienten erhalten. Mit der Impedanzmessung kann dieser Reflux nachgewiesen werden.

Für die Messung muss über die Nase ein dünner Messkatheter in die Speiseröhre eingeführt werden. Hiefür ist nur eine lokale Betäubung der Nasen- und Rachenschleimhaut notwendig. Der Messkatheter ist mit einem Aufnahmegerät verbunden, das der Patient am Körper trägt. Die Messung erfolgt über 24h. Die Untersuchung wird in der Regel ambulant durchgeführt, der Patient ist unter der laufenden Messung praktisch nicht in der täglichen Aktivität eingeschränkt.

Manometrie

Bei der Ösophagusmanometrie (Speiseröhrendruckmessung) werden Charakteristika der Bewegung der Speiseröhre unter standardisierten Bedingungen erfasst. Insbesondere erfolgt eine Beurteilung des unteren Schließmuskels (zwischen Magen und Speiseröhre), der Bewegung der tubulären Speiseröhre nach Schlucken (Kontraktionsamplituden, Kontraktionsdauern, Fortleitungskonfiguration) sowie des oberen Schließmuskels (zwischen Rachen und Speiseröhre).

Der untere Schließmuskel, der  i.d.R. einen ständigen Druck (Ruhedruck) aufweist, hat eine Barrierefunktion. Da im Magen ein höherer Druck vorliegt als im Brustraum, würde bei Fehlen des Schließmuskels aufgrund des Druckgefälles ständig Säure vom Magen in die Speiseröhre zurückfließen; durch rückfließende Säure kann es zu schweren Entzündungen in der Speiseröhre kommen. Andererseits muss Nahrung, die Sie zu sich nehmen, diesen Muskel passieren. Dies wird durch einen Reflex dahingehend bewerkstelltigt, dass sich beim Schlucken der Muskel reflektorisch öffnet, um die Nahrung durchzulassen. Beim Schlucken kontrahiert die obere Speiseröhre. Dies pflanzt sich als sog. peristaltische Welle nach unten fort, so dass die Nahrung aktiv nach unten transportiert wird.

Unsere Klinik ist mit einer sogenannten „High-Resolution-Manometrie“ ausgestattet. Es handelt sich um eine hochauflösende Darstellung der Drucke in der gesamten Speiseröhre. Die Messwerte werden durch eine spezielle Software verarbeitet, die eine graphische/ farblich-kodierte Darstellung der Drucke erlaubt. In dieser Weise wird ähnlich wie bei einer Wetterkarte eine Druck-Topographie der Speiseröhre erstellt.

Durchführung

Zunächst erfolgt eine ausführliche Befragung hinsichtlich Ihrer Beschwerden. Nach Betäubung der Nasenschleimhaut mit einem Gel wird ein dünner Katheter mit mehreren Messableitungen über die Nase in die Speiseröhre eingeführt und dann bis in den Magen vorgeschoben. Dann können Sie sich hinlegen, die Sonde wird an das Messgerät angeschlossen. Es erfolgen mehrere Feuchtschluckakte, wobei Ihnen mit einer kleinen Spritze 5 ml Wasser in den Mund gegeben wird, welches Sie anschließend schlucken. In Abhängigkeit von Ihrer Mitarbeit dauert die Untersuchung in der Regel 30 Minuten; ggfs. länger.

Sonographie

(Ultraschalluntersuchung)

Die Sonographie (Ultraschall) ist das am häufigsten genutzte bildgebende Verfahren in der Medizin.  Bei der Ultraschalluntersuchung werden mit Hilfe von Schallwellen Strukturen, Organe und Funktionsabläufe im Körper untersucht. Ein wesentlicher Vorteil der Sonographie gegenüber dem in der Medizin ebenfalls häufig verwendetem Röntgen liegt in der Unschädlichkeit der eingesetzten Schallwellen (keine ionisierenden Strahlen). Die Untersuchung verläuft schmerzfrei.

In unserer Klinik werden alle sonographischen Verfahren wie:

  • B-Bildsonographie
  • Doppler- und Duplexsonographie
  • Kontrastmittelsonographie
  • 3D-Sonographie

zur Untersuchung der Bauchorganen, der Lunge, des Halses, der Schilddrüse, von Lymphknoten,  oberflächlichen Weichteilen sowie Gefäßen des Abdomens und der Extremitäten angeboten.Außerdem werden sonographiegesteuerte Punktionen, z. B. zur Abklärung von Gewebeveränderungen in Leber, Bauchspeicheldrüse und Niere  sowie therapeutische Punktionen bei. z. B. Pankreaszysten, Pleuraergüssen und Ascites durchgeführt.  Ferner werden sonographiegesteuert perkutane Drainagen z. B. zur Entlastung von Leberabszessen oder im Rahmen einer Verödungstherapie von großen Leberzysten angelegt.