Klinik für Radioonkologie und Strahlentherapie in Ludwigsburg

Die Klinik für Radioonkologie und Strahlentherapie ist eine hochspezialisierte Abteilung mit 12 Planbetten.

Zur Betreuung der Patienten stehen 7 fachärztliche und 9 pflegerische und 13 technische Mitarbeiter zur Verfügung.

In unserer Klinik werden jährlich ca. 400 stationäre (Fälle) und 1.200 ambulante Patienten behandelt. Hierzu stehen erfahrene Spezialisten und eine moderne Ausstattung zur Diagnostik und Therapie von gut- und bösartigen Tumorerkrankungen bereit.

Kennzahlen

  • Ist-Betten 12
  • Fälle 246
  • Case-Mix-Punkte 612,731
  • Case-Mix-Index 2,491
  • PCCL/Fall 1,1

Moderne technische Ausstattung:

  •  2 IMRT fähige Linearbeschleuniger Baujahr 2010 und 2011
  • Kopfstereotaxie (Radiochirurgie)
  • Bildgeführte Strahlentherapie
  • Brachytherapie
  • Intraop. Bestrahlung (Brust)

Personelle Ausstattung:

  • 8 Fachärzte/innen Strahlentherapie davon 1 mit zusätzlicher Facharztqualifikation
    Röntgendiagnostik und 3 mit Zusatzqualifikation Palliativmedizin und 1 mit Zusatzqualifikation Psychoonkologie
  • 16 technische Mitarbeiter (MTRA/Med.Physikexperten)
  • 4 Med. Fachangestellte/Ambulanzschwester
  • 8 Pflegefachkräfte mit Zusatzqualifikationen Onkologie und Palliativmedizin

Leistungsspektrum

Radioonkologie / Strahlentherapie

Methodik

Wachstumshemmung und/ oder Auslöschung gut- oder bösartiger Gewebswucherungen mittels ionisierender Strahlung. „Umstimmung“ abakterieller chronisch entzündlicher Prozesse.

Ablauf einer Strahlenbehandlung

Sichtung und ggf. Ergänzung der vorhandenen Befunde

Überprüfung des onkologischen Therapiekonzepts anhand der Befundlage. Durch Teilnahme der Klinik an einer Reihe von interdisziplinären Fallbesprechungen können wenn notwendig weitere hausinterne oder externe Spezialisten hinzugezogen werden:

  • Onkologischer Arbeitskreis des Onkologischen Schwerpunkts/Zentrums Ludwigsburg-Bietigheim mit Tumorkonferenz des Brustzentrums Ludwigsburg Bietigheim
    mit Tumorkonferenz des Darmzentrums Ludwigsburg Bietigheim
  • Tumorkonferenz des Neurononkologischen Tumorzentrums mit Neurologie, Neurochirurgie, Neuroradiologie, Neuropathologie
  • Tumorboard des Onkologischen Zentrums am Robert Bosch Krankenhauses Stuttgart
  • Tumorboard des Lungenkrebszentrums an der Lungenklinik Schillerhöhe Gerlingen
  • Befundbesprechungen mit Institut für Röntgendiagnostik, und Institut für Neuroradiologie, Nuklearmedizin

Festlegung des strahlentherapeutischen Behandlungskonzepts

z. B. Bestrahlungstechnik, Dosis, Fraktionierung (Sitzungen/ Woche) und Kommunikation des Therapiekonzepts mit Patienten.

Bestrahlungsplanung

auf Basis von Röntgendurchleuchtungsbildern ("Simulation") und/ oder Computertomographiebildern (3-dimensionale Bestrahlungsplanung) auch unter Berücksichtigung von Kernspintomografien und/oder PET CT‘s.

Durchführung der Bestrahlung

je nach Krankheitsbild und zu bestrahlender Körperregion 4-5x / Woche mit insgesamt 5-35 Sitzungen, Dauer der einzelnen Sitzung wenige Minuten, meist ambulante Durchführung möglich, Behandlungen stets unter fachärztlicher Aufsicht.

Nachsorge

gemäß der "Richtlinien Strahlenschutz" vorgeschriebene Überprüfung des Therapieerfolges in Zusammenarbeit mit dem zuweisenden Haus/ Facharzt, Überprüfung auf mögliche unerwünschte Behandlungsfolgen.

Radiochemotherapie

Bei einigen Tumorerkrankungen kann es nützlich sein zur Verbesserung des Behandlungserfolgs die Bestrahlung mit einer Chemotherapie in zu kombinieren.

Sequentielle Radiochemotherapie

Die Chemo- und Radiotherapie erfolgen zeitlich versetzt. Beispiele: Lymphomerkrankungen, Mammakarzinomen.

Parallele Radiochemotherapie

Chemo- und Radiotherapie erfolgen parallel. 
Beispiele: Enddarmtumoren, Gebärmutterhalstumoren, Speiseröhrentumoren und Tumoren des Hals-Nasen-Ohrenbereichs sowie einigen Hirntumoren. Für die Phase der parallelen Radiochemotherapie steht, wenn notwendig unsere Bettenstation zur Verfügung. Mit einer Dauer des stationären Aufenthaltes von 3-6 Tagen ist hier zu rechnen.

Strahlentherapie bei gutartigen Erkrankungen

„Entzündungsbestrahlung“

Eine niedrig dosierte Strahlenbehandlung hat eine entzündungshemmende und dadurch schmerzlindernde Wirkung. Dies ist seit vielen Jahrzehnten bekannt. Die günstigen Effekte einer solchen Therapie sind wissenschaftlich belegt. Eingesetzt wird die sogenannte Entzündungs- oder Röntgenreizbestrahlung heute vornehmlich bei Erkrankungen des muskuloskelettalen Systems.Hierzu gehören v. a. Arthrosen an Gelenken der Hand, der Schulter, der Hüfte oder des Knies. Eingesetzt wird die Entzündungsbestrahlung auch beim Fersensporn, beim Tennisellenbogen oder bei Schleimbeutelentzündungen (Bursitis). Nach Literaturdaten ist bei 60-80% der Patienten eine Schmerzlinderung oder dauerhafte Beschwerdefreiheit zu erzielen. 

Die Entzündungsbestrahlung wird in insgesamt 4-8 Sitzungen von ca. 1 Minute Dauer durchgeführt. Bei 2-4 Terminen pro Woche ergibt sich eine Gesamtbehandlungszeit von 2-3 Wochen. Bis zur Beurteilung des Behandlungsergebnisses muss man danach etwa zwei Monate abwarten. Bestehen zu diesem Zeitpunkt noch Beschwerden, ist eine Wiederholung möglich.

Die Kosten für eine Entzündungsbestrahlung werden auch von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.