Brustzentrum Ludwigsburg-Bietigheim

Wir sehen unsere Aufgabe darin, den Patientinnen den schwierigen Weg mit Brustkrebs durch Begleitung und Unterstützung in unserem Brustzentrum leichter und erträglicher zu machen.

In unserer Brustsprechstunde laufen alle Fäden zusammen. Von der Sprechstunde aus werden mit den Patientinnen gemeinsam notwendige Behandlungsschritte koordiniert. Die Therapie wird auf Basis aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse und Leitlinien von verschiedenen Spezialisten vorgenommen. Regelmäßige Fortbildungsveranstaltungen und Qualitätszirkel garantieren dabei höchstes medizinisches Niveau.

Kennzahlen

  • Behandelte Patienten ca. 450
  • Operierte Patienten ca. 350
  • Patienten Strahlentherapie ca. 230
  • Patienten Chemotherapie ca. 140

In der wöchentlichen interdisziplinären Tumorkonferenz legen die Hauptbehandlungspartner, ggf. mit den niedergelassenen Kollegen gemeinsam für die Patientinnen eine individuelle, optimale Therapie fest.

Wir kooperieren unter anderem mit der Frauenklinik Bietigheim, Frauenklinik Ludwigsburg und der Klinik für Plastische Chirurgie Bietigheim.

Leistungsspektrum

Diagnostik & Therapie

Mamma-Sonografie

In den Brustsprechstunden des Brustzentrum Ludwigsburg-Bietigheim besteht die Möglichkeit, durch Überweisung vom betreuenden Frauenarzt die zweite Säule der Brustdiagnostik (neben der Mammografie) in Form des Ultraschalls der Brust durchzuführen. Dabei kann häufig die Angst vor einem bösartigen Tumor genommen werden. Sollte der Verdacht auf einen Brustkrebs bestehen, kann gleichzeitig eine Gewebeuntersuchung durch eine Stanzbiopsie erfolgen.

Stanzbiopsie

Um Brusttumore bereits ohne Operation abzuklären, wird im Brustzentrum Ludwigsburg-Bietigheim in den meisten Fällen eine Stanzbiopsie durchgeführt. Es handelt sich um eine Gewebeentnahme unter lokaler Betäubung und mit Ultraschall-Kontrolle. Die Ergebnisse sind in 1 – 2 Tagen fertig, sie werden mit der Patientin zur Festlegung des weiteren Vorgehens besprochen.

Vakuum-Biopsie

In der Radiologie Ludwigsburg kann zusätzlich eine Gewebeentnahme unter mammografischer Kontrolle erfolgen. Dieses Verfahren wird bei sogenanntem Mikrokalk eingesetzt und wird ebenfalls ambulant in Lokalanästhesie durchgeführt.

Sentinel-node Biopsie

Der Wächterlymphknoten ist der erste Lymphknoten der Achselhöhle und spielt somit eine Schlüsselrolle bei Absiedelung mit Tumorzellen. Mithilfe der Sentinel-node Biopsie wird der Wächterlymphknoten während der Operation des Tumors entfernt. Weitere Achsellymphknoten können erhalten werden. Die Sentinel-node Biopsie wird im Brustzentrum Ludwigsburg-Bietigheim standardmäßig angeboten.

 

Brusterhaltende Therapie (BET)

Seit Jahren werden bösartige Tumore aus der Brust unter Erhalt derselben entfernt. Die Heilungs-Chancen sind identisch mit denjenigen bei Brustentfernung. Im Brustzentrum Ludwigsburg-Bietigheim werden ca. 70 % aller Eingriffe bei Brustkrebs als BET durchgeführt, jeweils in Absprache mit der Patientin. Zur Rekonstruktion der normalen Brustform können plastische Brustoperationen eingesetzt werden, u. a. Verschiebelappen oder Reduktionsplastiken. Nach einer BET muss obligat die Brust nachbestrahlt werden.

Brustentfernung

Falls es aufgrund eines ungünstigen Tumors oder bei Wunsch der Patientin angezeigt ist, wird die Brustentfernung angewendet. Ein Wiederaufbau der Brust kann meistens in Betracht gezogen werden. Eine Versorgung der Patientinnen mit BH-Prothesen wird bereits vor der Entlassung aus der stationären Behandlung geregelt, damit sie mit einem normalen Körperbild die Klinik verlassen können.

Wiederaufbau

Ein Wiederaufbau der Brust nach Brustentfernung ist grundsätzlich möglich. Im Brustzentrum Ludwigsburg-Bietigheim werden der Aufbau mit körpereigenem Gewebe oder der Einsatz von Prothesen angeboten. Ein Wiederaufbau kann direkt bei der Erstoperation des Brustkrebses erfolgen, häufig wird er auch erst später als sog. zweizeitiges Vorgehen nach Abschluss der Behandlung geplant. Im Rahmen des Brustzentrums arbeiten wir hier eng mit den Kollegen der Plastischen Chirurgie des Krankenhauses Bietigheim zusammen, wo das gesamte Spektrum der operativen Brustrekonstruktion, einschliesslich dem freien Gewebetransfer/ Eigengewebsaufbau angeboten wird.

Strahlentherapie

Die Strahlentherapie ist ein wichtiger Bestandteil der Brustkrebs-Behandlung. Sie ist immer angezeigt bei einer BET, ansonsten kann meistens darauf verzichtet werden. In manchen Fällen muss zur Verbesserung der Heilungs-Chancen die Brustwand oder die Achselhöhle bestrahlt werden. Eine Bestrahlung kann auch bei Tochtergeschwülsten angezeigt sein.

Intraoperative Bestrahlung

Die intraoperative Bestrahlung ist eine neue Bestrahlungsform bei Brustkrebs. Bereits während der Operation erhält die Patientin ihre (erste) Bestrahlung. Mit einer erhöhten Sicherheit wird hierbei nur das tumorumgebende Gewebe bestrahlt. Die postoperative Strahlentherapie kann so um 1-2 Wochen verkürzt werden. In bestimmten Fällen ist auch die alleinige intraoperative Bestrahlung ausreichend. Vorteil ist die kurze Behandlungszeit und maximale Schonung der umliegenden Organe.

Chemotherapie

Alle empfohlenen Chemotherapien können im Brustzentrum Ludwigsburg-Bietigheim angewendet werden. Die Behandlung ist in der Regel eine ambulante Leistung, dafür sind spezielle Räume vorhanden, Ärzte und Schwestern sind in der Behandlung ausgebildet. Die anzuwendende Chemotherapie wird durch die Tumorkonferenz vorgeschlagen, dabei werden die jeweils neusten wissenschaftlichen Erkenntnisse umgesetzt. Es besteht das Angebot, Patientinnen mit deren Einverständnis in nationale und internationale Studien der Universitäten einzubinden. Zur Überwachung der möglichen Nebenwirkungen und deren Behandlung besteht eine enge Zusammenarbeit mit den niedergelassenen Ärzten.

Hormonbehandlung

Häufig sind Brustkrebszellen auf Hormone sensibel. Im Brustzentrum Ludwigsburg-Bietigheim werden die sog. Rezeptoren bestimmt und die Möglichkeit einer Hormontherapie im Behandlungskonzept mit einbezogen. Gelegentlich kann eine Hormontherapie auch vor der Operation zur Anwendung kommen. Es handelt sich meistens um eine Tablettenbehandlung, die durch den betreuenden Frauenarzt verordnet wird.

Palliativversorgung

Die stationäre Palliativversorgung wird in Ludwigsburg in der Palliativeinheit, in Bietigheim in der Palliativstation durchgeführt.
Das Palliative-Care-Team des Landkreises Ludwigsburg besteht aus erfahrenen Ärzten und Pflegekräften, welche eine spezielle Weiterbildung in der Palliativversorgung haben, sowie aus ehrenamtlichen Mitarbeitern der ambulanten Hospizdienste. Die Arbeit ist von kooperativer Zusammenarbeit geprägt. Auf Wunsch des Patienten werden weitere Partner mit einbezogen.

Ambulantes Tumorzentrum

Die interdisziplinäre Ambulanz für eine umfassende Betreuung

In unserer interdisziplinären onkologischen Ambulanz bieten wir unseren Patienten eine individuelle und umfassende Behandlung ihrer Erkrankung an.

Persönliche Medizin auf TOP-Niveau

Es ist unser Ziel, Diagnostik und Therapie nach den aktuellen Leitlinien und den neuesten Erkenntnissen der Wissenschaft auf die persönliche Situation unserer Patienten abzustimmen und damit den größten Therapieerfolg mit der bestmöglichen Lebensqualität zu vermitteln. Hierbei werden die aktuellen Entwicklungen, die auf den internationalen Krebskongressen wie der ASCO (American Society of Clinical Oncology) oder der ESMO (European Society for medical Oncology) vorgestellt werden, umgehend im Onkologischen Zentrum Ludwigsburg umgesetzt.

Fachliche Qualifikation unserer Mitarbeiter

Das Team unserer Ambulanz rekrutiert sich aus onkologisch spezialisierten Ärzten der Klinik für Innere Medizin, Gastroenterologie/Hämatologie mit Chefarzt Prof. Dr. Karel Caca, der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe mit Chefarzt Prof. Dr. Wolfgang Heyl, der Urologischen Klinik mit Chefarzt PD Dr. med. Andreas Jurczok, der Klinik für Neurologie mit Chefarzt Prof. Dr. med. Martin Schabet, der Klinik für Radioonkologie mit Chefarzt Dr. med. Peter Schraube und der Klinik für Anästhesiologie (Schmerztherapie) mit Chefarzt Prof. Dr. med. Götz Geldner. Für die ärztliche Leitung der Ambulanz ist Dr. med. Matthias Ulmer zuständig.

Speziell onkologisch weitergebildete und erfahrene Fachpflegekräfte kümmern sich um die pflegerischen Belange unserer Patienten. Für eine umfassende Betreuung stehen im ambulanten Bereich u.a. der Psychoonkologische Dienst und die Sozialarbeit zur Verfügung. Darüber hinaus besteht eine enge interdisziplinäre Zusammenarbeit mit den Fachdisziplinen Radiologie, Pathologie, Chirurgie, Strahlentherapie und der Schmerzambulanz.

Es erfolgen regelmäßig Teambesprechungen, interne und externe Fortbildungen, sowie externe Zertifizierungsprogramme. Die Ambulanz ist mit ihren unterschiedlichen Fachdisziplinen in das Gesamtkonzept des von der Deutschen Krebsgesellschaft zertifizierten Onkologischen Zentrums Ludwigsburg fest eingebettet.

Personalisierte Onkologie auch ambulant

In der onkologischen Behandlung haben wir heute eine Reihe moderner Therapieverfahren zur Auswahl. Im Sinne einer personalisierten Krebstherapie werden die unterschiedlichsten Verfahren dabei auf die individuelle Situation der einzelnen Patienten abgestimmt. Hierbei wird auch eine umfassende molekulare Analyse der Tumoren vorgenommen, um moderne zielgerichtete Therapien sinnvoll und auf den Einzelfall angepasst einsetzen zu können. Die medikamentösen Therapien werden heute in der Regel aufgrund der sehr guten Verträglichkeit ambulant durchgeführt.

Moderne Behandlungsmöglichkeiten durch klinische Studien

Um unseren Patienten auch einen schnellen Zugang zu den modernsten Therapieverfahren, die noch nicht von den Krankenkassen bezahlt werden, zu gewährleisten, bieten wir ein breites Spektrum von Studien in enger Zusammenarbeit mit verschiedenen nationalen und internationalen Studiengruppen an. Für die Umsetzung der strengen Richtlinien und hohen Anforderungen einer klinischen Studie sorgt unser Onkologisches Zentrum Ludwigsburg.

Interdisziplinäres Tumorzentrum

Interdisziplinäres Tumorzentrum (ITZ) Bietigheim

Die medikamentöse Behandlung von Tumorerkrankungen (Chemotherapie oder Immuntherapie) kann heute in den meisten Fällen ambulant durchgeführt werden. 

Wir haben hierfür in Bietigheim das Interdisziplinäre Tumorzentrum (ITZ) eingerichtet. Dort werden zentral und fachübergreifend  die ambulanten Tumorbehandlungen durchgeführt. Damit wir Sie ambulant behandeln können, benötigen wir bei Kassenpatienten in der Regel eine Facharztüberweisung. Bei privat versicherten Patienten ist eine Überweisung nicht erforderlich. 

Die Behandlung erfolgt durch Fachärzte der inneren Medizin und der Gynäkologie die, wie auch die hier tätigen Pflegekräfte, über eine spezielle onkologische Qualifikation verfügen. Bei Bedarf stehen Psychoonkologen, Mitarbeiter der Sozialberatung, sowie  Schmerztherapeuten zur Verfügung.

Unser interdisziplinäres Tumorzentren ist zentraler Bestandteil des Onkologischen Zentrums Ludwigsburg-Bietigheim und der jeweiligen Organzentren, die von der Deutschen Krebsgesellschaft jedes Jahr zertifiziert werden. 

Für jeden Patienten wird die Behandlung (Operation, Bestrahlung, Chemotherapie oder Immuntherapie) in der Tumorkonferenz festgelegt. Eine Behandlung kann in der Regel erst beginnen, wenn der Fall in der Tumorkonferenz vorgestellt und besprochen wurde. Hier wird auch entschieden, ob nicht eine Behandlung im Rahmen einer Therapiestudie in Frage kommt.