Medizinisches Versorgungszentrum für Innere Medizin (hausärztliche Versorgung) und Allgemeinmedizin

Das Medizinische Versorgungszentrum (MVZ) für Innere Medizin (hausärztliche Versorgung) und Allgemeinmedizin am RKH Krankenhaus Mühlacker trägt zur Schließung der entstandenen Versorgungslücke im Bereich der hausärztlichen Versorgung im Enzkreis bei. Dabei handelt es sich um eine Einrichtung zur ambulanten medizinischen Versorgung, ähnlich einer Arztpraxis.

Seit dem 1. Oktober 2020 sind Susanne Pannwitz als Fachärztin für Allgemeinmedizin und Vasileios Nestoras als Facharzt für Innere Medizin im MVZ der Enzkreis-Kliniken am RKH Krankenhaus Mühlacker tätig. Damit ergänzen beide Fachärzte die hausärztliche Versorgung im Raum Mühlacker. Durch die räumliche Integration der Praxis im Klinikgebäude mit sehr kurzen Wegen wird ein nahtloser Übergang zwischen ambulanter und stationärer Versorgung auch im Falle komplexerer Erkrankungen ermöglicht. Patientinnen und Patienten werden dabei von der Diagnostik über die Therapie bis hin zur Vorsorge durch die beiden Fachärzte betreut.

Leistungsspektrum

LZ-Blutdruckmessung (LZ-RR)

Arterielle Hypertonie oder Bluthochdruck ist eine der häufigsten und mit lebensbedrohlichen Komplikationen einhergehende Erkrankung, z.B. Herzinfarkt, Schlaganfall, pAVK, eine Form der Demenz usw., der westlichen Welt.
Diese Untersuchung dient zur Früherkennung und Therapiekontrolle des erhöhten Blutdrucks.
Dabei wird der Blutdruck über eine längere Zeit (normalerweise 24h) unter Alltagsbedingungen aufgezeichnet.

EKG

Bei Herzbeschwerden oder manchen Atemnotsymptomen wird ein Elektrokardiogramm (EKG) durchgeführt. Mit dem EKG kann  man die elektrische Aktivität des Herzens im Moment der Aufzeichnung, beurteilen. Durchblutungsstörungen des Herzens (z.B. Herzinfarkt) und Herzrhythmusstörungen können dadurch diagnostiziert werden.

Langzeit EKG

Ein häufiges Symptom ist Herzrasen. Oft sind solche Symptome so ausgeprägt, dass die Lebensqualität deutlich eingeschränkt ist. Es treten dabei auch Schwindel, Kreislaufprobleme oder das Aussetzen des Pulses für wenige Sekunden, auf.
Beim LZ-EKG wird die Herzstromkurve über mehrere Stunden, meistens 24h, unter Alltagsbedingungen gemessen.

Ergometrie – Herzstromkurve unter Belastung

Bei der Ergometrie wird ebenfalls ein EKG geschrieben. Allerdings ist der Patient bei dieser Untersuchung körperlich aktiv. Wir führen diese Belastung mittels eines Fahrradergometers durch.
Während einer definierten und ansteigenden Belastung wird ein EKG aufgezeichnet und der Blutdruck gemessen.
Dadurch können spezielle Herzrhythmusstörungen, Belastungshypertonie und strukturelle Herzerkrankungen diagnostiziert werden.

Lungenfunktionsprüfung (LuFu)

In den letzten Jahren haben Erkrankungen der Atemwege und des Lungengewebes zugenommen.
Mit der LuFu wird das Volumen der Lunge und die Strömung der Atemluft durch die Bronchien beurteilt. Dadurch können Erkrankungen wie Asthma, chronische Bronchitis oder Verminderung des Lungengewebes erkannt werden. Eine bestehende Therapie wird durch diese Untersuchung in ihrer Wirksamkeit überprüft.

Sonographische Untersuchungen

Die Rolle der Sonographie hat im klinischen Alltag deutlich zugenommen.
Sie ist nicht invasiv und kann relativ schnell durchgeführt werden.
In Kombination mit der klinischen Untersuchung und den Laborbefunden ist sie eine wichtige Komponente in der Diagnostik.
Wir sonografieren den Bauchraum und die Schilddrüse.

Jugendschutzuntersuchung

Jugendliche zwischen 15 und 18 Jahren dürfen erst am Berufsleben teilnehmen, nachdem sie ärztlich untersucht wurden.
Das dient zum Schutz der jungen Berufsanfänger und wurde im JarbSchG festgelegt.
Dabei wird der Jugendliche komplett untersucht, besonder im Hinblick auf die angestrebte Tätigkeit und darüber beraten ob er für diese geeignet ist oder gesundheitliche Schäden durch die Tätigkeit anzunehmen sind. Dann wird u.U. von dieser Tätigkeit abgeraten.
Die Kosten dafür übernimmt das Land Baden-Württemberg.

Vorsorgeuntersuchung J1

Diese vorletzte, sehr wichtige Vorsorgeuntersuchung (J1) beim Kinder- und Jugendarzt sollte zwischen 12 und 14 Jahren (vom 12. Geburtstag bis zum vollendeten 15. Lebensjahr) stattfinden. Es ist ein Check der körperlichen und seelischen Gesundheit, der komplett von den Krankenkassen übernommen wird.

Im Rahmen dieser Vorsorge werden Größe, Gewicht und der Impfstatus sowie Blut und Harn überprüft. Bei der körperlichen Untersuchung klärt der Arzt die pubertären Entwicklungsstadien sowie den Zustand der Organe, des Skelettsystems und der Sinnesfunktionen ab. Fehlhaltungen aufgrund von Wachstumsschüben sowie chronische Krankheiten können bei der J1 frühzeitig erkannt und entsprechend behandelt werden. Auch auf eventuelle Hautprobleme, und Essstörungen wie Magersucht oder Übergewicht wird eingegangen.

Vorsorgeuntersuchung J2

Zu den Schwerpunkten der J2 gehört das Erkennen bzw. die Behandlung von Pubertäts- und Sexualitätsstörungen, von Haltungsstörungen, Kropfbildung bis hin zur Vorsorge. Der Jugendarzt berät den Jugendlichen bei Fragen des Verhaltens, der Sozialisation, der Familie und der Sexualität sowie der Berufswahl. Der Jugendliche kann im Rahmen der Vorsorge, wenn er will, auch alleine ohne Eltern ein vertrauensvolles Gespräch mit seinem Jugendarzt führen.

Achtung, diese Untersuchung wird nicht von allen Krankenkassen übernommen.

Check-up

Gesetzlich Krankenversicherte ab 35 Jahren haben künftig nur noch alle drei (statt bisher alle zwei Jahre) Anspruch auf die Untersuchung.
Jüngere Versicherte zwischen 18 bis 34 Jahren können einmalig den Check-up durchführen lassen (hier gelten Einschränkungen bei den Laboruntersuchungen
Die Gesundheitsuntersuchung für Erwachsene („Check-up 35“) beinhaltet eine Blutuntersuchung auf das vollständige Lipidprofil erweitert (Gesamtcholesterin, LDL-Cholesterin, HDLCholesterin, Triglyceride). Die Untersuchung auf Nüchternplasmaglukose sowie Harnteststreifen-Untersuchung (Eiweiß, Glukose, Erythrozyten, Leukozyten und Nitrit) ist weiterhin notwendig.
Bei jüngeren Versicherten zwischen 18 und 34 Jahren sind die Blutuntersuchungen nur bei entsprechendem Risikoprofil (z. B. positiver Familienanamnese, Adipositas oder Bluthochdruck) durchzuführen, eine Urinuntersuchung ist nicht vorgesehen.