Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe in Bietigheim-Vaihingen

Unsere Philosophie besteht darin, medizinische Versorgung auf höchstem Niveau mit menschlicher Zuwendung zu verbinden. In allen medizinischen Fragen stehen wir Ihnen mit unserer medizinischen Kompetenz beratend zur Seite,. Wir streben im Behandlungsprozess eine ganzheitliche Betrachtung an, in welchem Ihre Wünsche, Ihr Bedarf und Ihre Vorerfahrungen mit eingebunden werden.

In der Geburtshilfe räumen wir dem natürlichen Geburtsverlauf so viel Platz wie möglich ein. Falls Risiken für Mutter und Kind auftreten, greifen wir steuernd ein. Die «sanfte Geburt» hat daher in unserer Geburtsabteilung einen sehr hohen Stellenwert. Eine Möglichkeit in hausgeburtsähnlicher Atmosphäre zu entbinden, bietet der hebammengeleitete Kreißsaal, welcher mit sehr hohem Engagement durch unsere Hebammen getragen wird. Eine besonders enge Anbindung besteht an die Klinik für Kinder- und Jugendmedizin des Klinikums Ludwigsburg, um die bestmögliche Versorgung der Neugeborenen auf hohem Niveau zu gewährleisten.

Kennzahlen

  • Ist-Betten 44
  • Fälle 4.635
  • Case-Mix-Punkte 2.464,283
  • Case-Mix-Index 0,532
  • PCCL/Fall 0,2

Eine Besonderheit unseres Standorts des Brustzentrums ist die starke Kooperation mit der Klinik für Plastische Chirurgie. Dadurch gelingt es uns, ein operatives Konzept anzubieten, welches onkologische Sicherheit und optimale Kosmetik vereint.

Unser gemeinsames Ziel ist es, die geeigneten Behandlungsschritte einzuleiten, welche den Heilungsprozess fördern. Das Konzept der integrativen Medizin durch die Verknüpfung von Schulmedizin und Naturheilkunde hat für uns einen hohen Stellenwert.

Leistungsspektrum

Geburtshilfe

Sanfte Geburtshilfe

Die Geburt ist ein einmaliges Ereignis im Leben Ihres Kindes und Ihrer Familie. Bei diesem einzigartigem und emotionalem Ereignis möchten wir Sie gerne unterstützend begleiten. Jede Geburt hat ihr eigenes Tempo. Wir geben Ihrem Kind und Ihnen die Zeit, die sie brauchen. Wir als Geburtsteam aus Hebammen und Ärzten greifen nur dann steuernd in die Geburt ein, wenn wir Gefahren für Ihr Kind und Sie identifizieren. Sie werden zu jeder Zeit in den Geburtsprozess miteinbezogen, da Ihre Wünsche, Bedürfnisse und Vorerfahrungen den eingeschlagenen Weg mitbestimmen.

Eine einzigartige Besonderheit unserer Abteilung ist unser hebammengeleiteter Kreißsaal, in welchem Frauen selbstbestimmt ohne Intervention nur mit Hebammenbegleitung ihr Kind gebären können. Diese hausgeburtsähnliche Entbindung in den Räumen des Kreißsaals wird immer mehr nachgefragt, sodass bei uns beinahe 10% aller Kinder im hebammengeleiteten Kreißsaal zur Welt kommen. Das ist ein deutschlandweiter Rekord, auf den wir sehr stolz sind.

Gibt es Situationen, in welchen ärztliche Kooperation notwendig wird, dann steht die gesamte Infrastruktur der Geburtsabteilung unmittelbar unterstützend zur Verfügung.

Wenn Sie den Wunsch haben spontan zu entbinden, dann unterstützen wir Sie dabei. Das zeigt unsere niedrige Kaiserschnittrate von 24,6 %. (Deutschlandweit 33%). Das schließt allerdings nicht aus, dass wir auch einen geplanten Kaiserschnitt durchführen, wenn es für Sie richtig erscheint.

Im Falle eines seltenen Notfalls steht die gesamte Infrastruktur unserer Klinik wie ein Kaiserschnittoperationsraum in räumlicher Nachbarschaft zum Kreißsaal, ein Reanimationsraum, ein 24h verfügbares Anästhesieteam, eine Intensivstation und die enge Kooperation mit der Kinderklinik Ludwigsburg, zur Verfügung.

Einleitungen führen wir nur dann durch, wenn es Gründe gibt, welche eine Intervention rechtfertigen. Dabei setzen wir ebenfalls sanfte Methoden ein. Das Spektrum reicht von einem Fußbad mit Aromaölen, über Akupunktur bis zum Einsatz von einem Wehencocktail, einem Prostaglandingel oder eines Dehnungsballons. Der unterstützende Einsatz von Aromaölen, Homöopathie und Bachblütentherapie ist im Kreißsaal Routine. Ein Großteil der Mitarbeiterinnen sind im Bereich Entspannungstechniken/ Hypnotherapie geschult, sodass diese Techniken auf Wunsch geburtserleichternd eingesetzt werden können.

Wenn Ihr Kind geboren ist, dann braucht Ihr Kind und Sie zuerst einmal viel Zeit, damit sie die Möglichkeit haben anzukommen. Wir nennen diesen Prozess „Bonding“, er ist in den ersten Lebensstunden unendlich wertvoll.

Nach einer gewissen Überwachungszeit im Kreißsaal werden Sie auf die modern renovierte Wochenstation verlegt. Wenn Sie den Wunsch haben zu stillen, dann stehen unsere kompetenten Pflegekräfte Ihnen mit Rat und Tat zur Seite. Im anderen Fall suchen wir den Weg, der für Sie richtig erscheint.

Die meisten Mütter gehen nach der ersten kinderärztlichen Untersuchung (U2) nach Hause. Das ist am zweiten oder dritten Tag nach der Entbindung. Nach einem Kaiserschnitt ist das am vierten oder fünften Tag nach der Entbindung.

Gerne begrüßen wir Sie persönlich bei einem unserer Informationsabende, die regelmäßig am zweiten und vierten Donnerstag im Monat um 18:00 Uhr in unserer Klinik stattfindet.

Schwangerschaftsbegleitung

  • Geburtsvorbereitende Akupunktur
  • Geburtsvorbereitungskurse
  • Telefonische oder persönliche Beratung nach Absprache
  • Geburtsplanung in der Ambulanz

Betreuung von Risiko-Schwangerschaften

  • Schwangerschaftsbedingte Erkrankungen (Gestose, Diabetes, vorzeitige Wehen)
  • Schwere allgemeine mütterliche Erkrankungen
  • Mehrlingsschwangerschaften

Gynäkologische Onkologie

  • Diagnostik und Therapie gynäkologischer Tumoren in Kooperation mit der Frauenklinik Ludwigsburg
  • Interdiziplinäres zertifiziertes Brustzentrum
  • Plastisch chirurgische Brustchirurgie einschließlich Implantatchirurgie und Transfer von Eigengewebe
  • Interdisziplinäre Zusammenarbeit mit anderen Abteilungen (Abdominalchirurgie/ Urologie/ Strahlenklinik/ Frauenklinik Klinikum Ludwigsburg)
  • Ambulante Chemotherapie, Antikörpertherapie

Unser besonderer Schwerpunkt liegt bei der Behandlung von bösartigen Brusterkrankungen. In dieser Phase begleiten wir sie als Lotse einfühlsam durch die gesamten Behandlung. Diese beginnt mit der Diagnostik, beinhaltet die Operation und möglicherweise weitere Sicherheitstherapien, welche die Heilung unterstützen. Wichtig ist uns ein ganzheitlicher Behandlungsansatz, bei welchem auch komplementäre und naturheilkundliche Therapien einen hohen Stellenwert haben. In über 75% aller Fälle kann brusterhaltend operiert werden. Ist dies nicht der Fall, bieten wir Ihnen in enger Kooperation mit der Plastisch chirurgischen Abteilung alle Techniken zur Brustrekonstruktion an. Diese reichen von der Implantatchirurgie bis zum Transfer von Eigengewebe. Die Betreuung erfolgt stationär in unserer interdisziplinären Abteilung durch speziell geschultes Pflegepersonal. Die Planung der Operation, Durchführung und die Nachbetreuung erfolgt gemeinsam durch unser erfahrenes und eingespieltes Team.

Allgemeine Gynäkologie

  • Endometriumablation: mit dem bipolaren Resektoskop und der Ablation nach dem NOVA Sure Verfahren
  • Myomentfernung über eine Gebärmutterspiegelung, laparoskopisch oder per Bauchschnitt

In der operativen Gynäkologie werden sämtliche Operationsverfahren bei gutartigen oder bösartigen Erkrankungen in interdisziplinärer Zusammenarbeit durchgeführt. Ein großer
Schwerpunkt nimmt die minimal invasive Chirurgie ein. Für unsere Patientinnen bietet sie viele Vorteile. Zum einen ein präzises, lupenoptisch vergrößertes und gewebeschonendes Operieren, zum anderen eine schnellere Erholungsphase nach der Operation. Kosmetisch werden große Wunden nach außen vermieden.
Die meisten Operation finden an den Eierstöcken und der Gebärmutter statt. Ein organerhaltendes Vorgehen hat für uns eine hohe Priorität. Ist das technisch nicht möglich beraten wir sie auch über teilorganerhaltende Verfahren bis zur schonenden Organentfernunng.

Urogynäkologie

Beckenbodenchirurgie

Der Beckenboden ist für die Funktion von Blase und Darm von entscheidender Bedeutung. Angeborene Faktoren wie eine Bindegewebsschwäche als auch externe Faktoren wie vaginale Geburten, vorangegangene Operationen und Überbelastung führen häufig zu einer Schädigung des Beckenbodens und der entsprechenden Halteapparate.
Beschwerden äußern sich in Miktions- und Defäkationsstörungen. Manche Frauen nehmen ein störendes Fremdkörpergefühl in der Scheide war. Vor jeder Behandlung muss eine ausführliche Untersuchung erfolgen, um eine bedarfsgerechte, individuelle Therapie zu erarbeiten. Das Spektrum reicht vom konservativen Vorgehen im Sinne von Beckenbodengymnastik, Elektrostimulation, Biofeedback, Ernährungsberatung und der Einlage eines Pessars bis zur operativen Korrektur. Zu den operativen Therapien bei Senkungen gehören die vaginalen, abdominalen und endoskopischen Senkungsoperationen:

  • vordere Kolporrhaphie
  • hintere Kolporrhaphie
  • Sacrozervikopexie nach Amreich Richter
  • netzgestützte vordere oder hintere Kolporrahphie
  • laparoskopische oder abdominale Sacrozervikopexie mit Netzinterponat

Ist das eigene Gewebe zur Rekonstruktion nicht ausreichend, ist es in gesonderten Fällen sinnvoll, Fremdmaterial zur Verstärkung des eigenen Gewebes zu verwenden.

Inkontinenzchirurgie

Inkontinzbeschwerden können isoliert als Drang- oder Belastungsinkontinenz auftreten. Alternativ dazu gibt es Mischformen.

Zu den Untersuchungen gehört ein gynäkologischer Status, eine Beckenbodenbeurteilung, die Sonographie des Beckenbodens, eine Urindiagnostik, eine Elektromyographie des Beckenbodens und in Einzelfällen eine Urethrozystoskopie.

Das Behandlungsspektrum reicht vom konservativen Vorgehen im Sinne von Beckenbodengymnastik, Elektrostimulation, Biofeedback, medikamentöser Therapie und der Einlage eines Pessars bis zur operativen Korrektur.

Zu den gängigen operativen Therapien zählt die Kolposuspension, die spannungsfreien Polypropylenebänder (TVT retropubische oder transobturatorisch), suburethrale Injektionen oder die Injektionstherapie bei überaktiver Blase mit Botulinum-Toxin.

Auf jeden Fall ist eine ausführliche Untersuchung bei komplexen Beschwerden sinnvoll.

Ambulante Operationen

  • Gebärmutterspiegelung, Ausschabungen, kleine Eingriffe am äußeren Genitale einschließlich kleiner plastischer Eingriffe
  • Eingriffe an Brust und Achselhöhle
  • Laparoskopien (diagnostisch, kleinere Eingriffe, Chromopertubationen, Sterilisationen)
  • Planung und Voruntersuchung in unserer Ambulanz

Kleine Operationen können ambulant durchgeführt werden. Das bedeutet, dass sie sich wenige Tage vor der Operation zur Untersuchung, Beratung und Aufklärung in unserer Ambulanz vorstellen. Am OP-Tag kommen sie dann zu einem festgelegten Zeitpunkt in unser ambulantes Operationszentrum. Nach entsprechender Vorbereitung findet die Operation in unserem ambulanten Operationssaal statt. Von dort aus werden sie noch kurze Zeit in den räumlich angegliederten Aufwachraum gebracht. Das Operationsteam berichtet im Anschluss über den Verlauf der Operation und gibt Hinweise zum Verhalten
nach der Operation. Die Nachbetreuung erfolgt bei ihrem Frauenarzt.
Bitte haben Sie trotz professioneller Planung Verständnis, dass Verzögerungen im klinischen Ablauf dennoch möglich sind.

Pränataldiagnostik

  • Nackentransparenz-Screening (Ersttrimester-Screening)
    Diese wird in der 11.-14. SSW durchgeführt und umfasst einen ausführlichen frühen Fein-Ultraschall inclusive Messung der Nackentransparenz sowie eine Blutentnahme. Das individuelle Risiko für das Vorliegen eines Down-Syndroms kann damit mit 90%-iger Sicherheit errechnet werden. Die Untersuchung ist eine individuelle Gesundheitsleistung (IGeL-Leistung). Wir arbeiten mit dem zertifizierten Labor Prof. Enders (Stuttgart) zusammen. Eine Zertifizierung der Fetal Medicine Foundation in London ist vorhanden.
  • DNA-Test
    Der DNA-Test kann eingesetzt werden, um numerische Chromosomenstörungen (z. B. Down-Syndrom) auszuschließen. Er ist ab der 10. SSW möglich und er folgt durch Blutentnahme. Es handelt sich um eine IGeL-Leistung. Wir verwenden den Harmony-Test® der Firma Cenata GmbH (Tübingen), die Ergebnisse sind nach ca. 4 Tagen zu erwarten.
  • Amniozentesen
    Diese Untersuchung wird ab der 15. SSW zur Abklärung von ggf. Erbkrankheiten und zur Chromosomenbestimmung durchgeführt. Eine Überweisung von einem Frauenarzt ist erforderlich.
  • Fetale Organfeindiagnostik und Fehlbildungs-Ultraschall (DEGUM II)
    Bei auffälligen Befunden oder zum weitgehenden Ausschluss von kindlichen Fehlbildungen kann ein sogenannter Fein-US durchgeführt werden. Der günstigste Zeitpunkt für diese Untersuchung ist die 20. – 22. SSW. Je nach Situation kann diese Untersuchung eine IgeL-Leistung sein.
    Eine Zertifizierung der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin, Sektion Geburtshilfe, Stufe II liegt vor.
  • Doppleruntersuchung
    Mit dem Doppler wird die Versorgung des Kindes untersucht, indem der Blutfluss im Kreislauf des Kindes und der mütterlichen Gefäße gemessen werden. Damit kann eine eventuelle Mangelversorgung des Kindes frühzeitig erkannt oder ausgeschlossen werden.
  • 3D / 4D-Ultraschall
    Diese IGeL-Leistung bieten wir nur noch im Rahmen einer der o. g. Untersuchungen an. Sie ist am besten geeignet in der 20. - 28. SSW.